Heißluftballons vor großer Wolke

Die digitale Transformation kann nicht ohne Cloud Computing stattfinden, das steht fest. Dennoch gibt es immer noch Unternehmen, die mit dem Wechsel zur Cloud hadern. Im „Cloud-Monitor 2018“ von Bitkom und KPMG (PDF) wurden mehr als 500 deutsche Unternehmen zu ihrer Cloud-Nutzung befragt. Insgesamt nutzten 2017 66% aller befragter Unternehmen Cloud-Anwendungen. 21% waren in der Planung.

Das klingt nach einer überzeugenden Mehrheit, doch wenn ich meine Kollegen frage, so gibt es immer noch eine bedeutende Anzahl an Unternehmen, die aus verschiedenen Gründen noch nicht von den Vorteilen cloudbasierter Anwendungen überzeugt sind.

Die größten Herausforderungen bei der Cloud-Nutzung liegen dabei insbesondere bei Unternehmen, die schon etwas länger auf dem Markt sind und daher eine komplexere Infrastruktur haben. Der „Umzug“ auf die Cloud bedeutet in diesen Fällen oft auch ein höhere Risiko, das ich im Folgenden auch nicht auf die leichte Schulter nehmen möchte.

Die Top 3 Hürden bei der Cloud-Nutzung

  1. Datenschutz & Compliance

Seit Beginn der Cloud-Diskussionen spielt insbesondere das Thema Datenschutz eine große Rolle, ist allerdings auch mit einigen Vorurteilen behaftet. Unternehmen sind hier insbesondere im Anforderungsprozess und bei der Vertragsgestaltung gefragt, um ihre Interessen zu wahren. Nicht jeder Cloud-Anbieter kann die notwendigen Sicherheitsanforderungen gewährleisten, insbesondere in Hinblick auf sensible Datensätze.

Aber der Cloud-Markt ist groß und es gibt viele Anbieter für spezifische Branchen, die sich auf besondere Anforderungen spezialisiert haben. Trotz DSGVO sind heutzutage immer noch lokale Anbieter bzw. Anbieter innerhalb der EU beliebt, da diese sich oft besser mit den hiesigen Gesetzeslagen auskennen und Standards erfüllen können. Insbesondere bei CRM aus der Cloud können sich Nutzer jedoch sicher sein, dass die Anbieter alles daran setzen, Datenschutz- (und DSGVO-) konforme Lösungen anzubieten.

  1. Implementierung & Kompatibilität

Gerade bei einer älteren Infrastruktur und vielen On-Premise-Anwendungen kann es bei einem Wechsel zur Cloud anfänglich zu einigen Aufwänden kommen. Besonders, wenn Daten zuvor dezentral gelagert wurden, ist weniger die Cloud das Problem, sondern vielmehr die Tatsache, dass eine Konsolidierung grundsätzlich kein kleines Unterfangen ist (das sich jedoch lohnt, mehr dazu hier). Größere CRM-Anbieter arbeiten daher eng mit Partnern zusammen, die bei der Implementierung unterstützen und auf die individuellen Anforderungen der Unternehmen eingehen können.

  1. Unabhängigkeit und Handhabe über die eigenen Daten

Eine der größten Sorgen vieler Unternehmen ist die Abhängigkeit von Anbietern bei der Inbetriebnahme einer Cloud-Anwendung. Während eine On-Premise-Anwendung auch ohne den Anbieter läuft, steht und fällt die Cloud mit dem Anbieter. Doch insbesondere im B2B-Bereich müssen sich Unternehmen darüber keine Sorgen machen. Es gehört zum vertraglichen Standard, dass insbesondere die Daten auch nach Vertragsende (und selbst bei Vertragsbruch) alleinig beim Unternehmen liegen und dieses die Möglichkeiten haben muss, sie einzuholen.

Welche Vorteile bietet CRM aus der Cloud?

In den letzten Jahren haben sowohl die großen als auch kleine CRM-Anwender großflächig auf die Cloud umgesattelt. Anforderungen bezüglich mehr Mobilität, flexiblere Update-Zyklen und die Vorteile modularer Angebote sprechen für Cloud-Anwendungen. Der Wechsel in die Cloud muss auch nicht immer universal und sofort erfolgen, es kann bereits helfen, einzelne Bereiche und Anwendungen cloudbasiert aufzusetzen, wenn sich dadurch Vorteile ergeben (z.B. mehr Mobilität).

  1. Automatische Updates

Zu den mitunter größten Sicherheitslücken von On-Premise-Anwendungen gehören vernachlässigte Updates. Da diese oftmals mit einem höheren Aufwand verbunden sind und manuell erfolgen, passiert es nicht selten, dass sie aufgeschoben oder komplett übersprungen werden, was zu erheblichen Funktions- und Sicherheitsproblemen führen kann.

Cloud-Updates werden automatisiert vorgenommen und können daher auch kurzfristig erfolgen, wenn beispielsweise eine Sicherheitslücke entdeckt wurde. In den meisten Fällen können Unternehmen einstellen, ob diese Updates sofort oder beispielsweise während Ruhezeiten erfolgen (z.B. nachts oder am Wochenende), so dass der Tagesablauf nicht gestört wird.

  1. Modulare Funktionen

Ein großer Vorteil cloudbasierter Anwendungen liegt in der Flexibilität, wenn es um den Funktionsumfang der Anwendung geht. Traditionelle Software-Pakete umfassen häufig zahlreiche Funktionen, die nicht nur den Preis beeinflussen, sondern zusätzlich auch kaum Anwendung im Unternehmen finden. Cloud-Anwendungen sind derweil viel flexibler, da es dort oft die Möglichkeit einer Basis-Funktion gibt, die beliebig mit zusätzlichen „Paketen“ erweitert werden kann (oder beispielsweise mit zusätzlichen User-Accounts, je nach Anwendung). Diese lassen sich gegebenenfalls sogar sofort kündigen, so dass eine größere Freiheit besteht, neue Funktionen auszuprobieren oder temporär zu nutzen.

  1. Mobilität

Das mobile CRM spielt mittlerweile eine immer größere Rolle, da es insbesondere für Service und Vertrieb von Vorteil ist, direkt unterwegs Kundeninformationen abzurufen bzw. in das System einzupflegen. Dadurch kann die Beratung vor Ort individueller erfolgen und aktuelle Informationen/Updates werden unmittelbar eingetragen. Smartphones und Tablets wären ohne die Cloud nicht möglich in ihrer Funktionsweise, weshalb es mittlerweile auch eher selten ist, dass man eine CRM-Anwendung antrifft, die keine App anbietet.

  1. Synchronisation & zentrale Datenverwaltung

Einer der größten Vorteile der Cloud liegt in der zentralen Ablage von Daten und der Synchronisation quasi in Echtzeit. Insbesondere Unternehmen mit unterschiedlichen Standorten oder Mitarbeitern, die viel unterwegs sind, können davon profitieren. Kundendaten können so jederzeit aktualisiert und für alle zugänglich gemacht werden. Sprich: wenn ein Vertriebsmitarbeiter im Kundengespräch erste Anforderungen für das Produkt aushandelt, kann ein Kollege parallel bereits passende Angebote heraussuchen und diese im Idealfall bereitstellen, noch bevor der Vor-Ort-Termin vorüber ist bzw. direkt im Nachgang.

Dies ist übrigens ein essenzieller Vorteil von cloudbasierten Anwendungen, der auch verhindert, dass Unterlagen doppelt und in unterschiedlichen Versionen kursieren und dadurch den Informationsfluss durcheinanderbringen. Die Kommunikation und der Informationsaustausch verbessert sich immens, wenn alle Zugriff auf eine synchronisierte, zentrale Datenbank/ablage haben.

  1. Support & Wartung

Cloud-Anbieter sind teilweise oder komplett für die Wartung ihrer Angebote zuständig und bieten je nach Vertrag unterschiedliche Support-Level an. Dazu gehören im Regelfall festgelegte Antwortfristen (z.B. innerhalb von 24 Stunden), Umfang und Art (Telefon, vor Ort, Chat, etc.). Probleme können direkt beim Anbieter gemeldet werden und dieser kümmert sich darum, was die interne IT enorm entlastet.

(6). Preis

Obwohl die Cloud immer wieder als besonders kostengünstige Alternative zu On-Premise-Angeboten genannt wird, möchte ich diesen Punkt ein wenig relativieren. Es stimmt, dass die Cloud günstiger sein kann, insbesondere, da sie interne IT-Kosten und den Wartungsaufwand erheblich reduziert. Ein großer Nachteil von On-Premise-Anwendungen sind Funktionen, die mitbezahlt, aber in vielen Fällen nicht mitgenutzt werden.

Bei einer modularen Cloud-Anwendung können diese Kosten gespart werden. Doch wie so oft hat Qualität ihren Preis. Die günstigste Cloud-Alternative ist nicht immer die sicherste oder beste für Ihr Unternehmen, daher sollte bei der Berücksichtigung eines Cloud-Wechsels der Preis nicht das ausschlaggebende Merkmal sein. Überlegen Sie vielmehr, wo und wie eine cloudbasierte Anwendung in Ihrem Unternehmen Vorteile bringen kann. Mit einem gut vorbereiteten Anforderungskatalog können Sie anschließend nach der günstigsten Lösung suchen.

Unsere Experten stehen Ihnen bei der Beratung der richtigen CRM-Anwendung zur Seite und unterstützen gerne beim Umzug in die Cloud. Erfahren Sie hier, welche Vorteile ein Service-Anbieter bei der Digitalisierung bietet oder informieren Sie sich direkt auf unserer Leistungsseite.

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