Menschen, die ihre Hände aufeinander legen im Teamkreis

„Purpose“, heißt es im Leadership Forecast 2018 von Ernst & Young, „ermöglicht ein Dasein, das inspiriert und aktiviert.“ Wer den Zweck aus den Augen verliert oder nie einen hatte, verliert schnell die Motivation.

Was ist ein Zweck?

Wer einen Zweck hat, der hat nicht nur ein Ziel, sondern versteht auch, warum er etwas tut. Darin unterscheidet sich der Zweck übrigens maßgeblich vom Ziel. Während ein Ziel oft so etwas sein kann wie eine KPI, eine Deadline oder ein konkretes Produkt, ist der Zweck in den meisten Fällen übergeordnet. Es steht beispielsweise nicht das Produkt im Mittelpunkt, sondern die Wirkung, die dieses Produkt erzielen kann (Problemlösung, Steigerung der Lebensqualität, etc.).

Ein Ziel ist insbesondere im Arbeitsfeld wichtig, um beispielsweise konkrete Pläne, Prozesse und Strategien zu entwickeln. Ein Zweck ist derweil wichtig, um motiviert zu bleiben und um über Ziellinien hinaus einen Grund für sein Schaffen zu sehen. Wenn Mitarbeiter beispielsweise nur Ziele bekommen, aber keinen Zweck in ihrer Arbeit sehen, ist es meistens schlecht bestellt um das Engagement und die Eigenmotivation.

Es geht also weniger darum, die Zielgerade eines Marathons zu erreichen, sondern vielmehr um den Grund, warum man einen Marathon läuft. Natürlich hat jeder individuell andere Gründe, um etwas zu tun. Doch oftmals stecken Gemeinsamkeiten in den unterschiedlichsten Zielen:

  • Zufrieden sein mit dem, was man tut
  • Anerkennung für das, was man tut
  • Anderen Menschen helfen und unterstützen
  • Einen Eindruck hinterlassen, gebraucht werden
  • Sich weiterentwickeln und an den eigenen Aufgaben wachsen

Können diese grundlegenden Ziele übergeordnet in einer Unternehmensphilosophie verankert werden (bei der ec4u wäre das beispielsweise „Passion for customers“), so fällt es Führungskräften, Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen einfacher, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren und sich dafür zu engagieren.

Welche Vorteile bringt eine zweckgebundene Unternehmenskultur?

Dem Forecast (PDF) zufolge, performen Unternehmen mit einem konkreten, in der Unternehmenskultur gelebten Zweck um 42% besser als andere Unternehmen. EY zufolge haben Unternehmen, die einen klaren Zweck verfolgen und ihre Strategie danach ausrichten, klare Vorteile:

  1. Mitarbeiter sind engagierter und zufriedener mit ihrer Anstellung

Doppelt so viele Führungskräfte arbeiten nicht nur, sondern sehen ihre Arbeit als bedeutsam an und fühlen sich dadurch auch motivierter (um 60%, um genau zu sein). Mitarbeiter bleiben außerdem dem Unternehmen zu 14% häufiger treu, wenn sie in ihrer Arbeit einen Zweck sehen.

  1. Die Unternehmenskultur ist stärker ausgeprägt, wenn das Unternehmen seinen Zweck klar ausformuliert hat

Mitarbeiter sind optimistischer, kreativer und mutiger in ihren Plänen und Strategien. Ein selten diskutiertes, aber wichtiges Phänomen ist außerdem eine höhere „psychologische Sicherheit“. Kurzum: Mitarbeiter leiden weniger unter arbeitsbedingtem Stress, Depressionen oder Angstzuständen.

  1. Aktionen, Entscheidungen und Strategien können agiler geplant und durchgeführt werden

Wenn Ihre Mitarbeiter genau wissden, was der Zweck der gesamten Geschäftsstrategie ist, können sie viel leichter einschätzen, welche Maßnahmen positiv, negativ oder ohne weitere Auswirkungen auf ihr Unternehmen Einfluss nehmen. Das erleichtert die Entscheidungsfindung und Zielausrichtung.

  1. Kunden und Mitarbeiter sind loyaler und haben mehr Vertrauen zum Unternehmen

Loyalität und Vertrauen gehören zu den Grundfesten eines erfolgreichen Unternehmens, sei es auf Seiten der Mitarbeiter oder der Kunden. Insbesondere in Krisensituationen profitiert ein Unternehmen, das einen klaren Zweck hat, viel eher vom Vertrauen aller Stakeholder.

  1. Ein Zweck kann unter Umständen auch mit einer Vision verknüpft sein und ist somit auch langfristig standhaft

Ein Unternehmen, das einer Vision folgt, kann sich schneller auf Marktveränderungen einlassen und kann besser einschätzen, wie neue Technologien oder gesellschaftliche Veränderungen in das Geschäftsmodell einfließen können.

  1. Effektivere Trainings und Weiterbildungen

Trainings, Ausbildungen und Weiterbildungen können sehr viel zielgerichteter geplant und eingesetzt werden, wenn das Unternehmen sich bewusst ist, was Mitarbeiter mitbringen müssen, um auf den Zweck des Unternehmens positiv Einfluss zu nehmen. Dadurch können Weiterbildungsmaßnahmen, Mentoring-Programme und Trainings außerdem auch sinnvoller für die Mitarbeiter kommuniziert werden und werden enthusiastischer angenommen.


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2 Kommentare
  1. Sven Esser
    Sven Esser sagte:

    Denke gerade darüber nach worin sich der Zweck und die Vision untercheiden, wo sie sich überschneiden und wo sie sich ergänzen. Vielleicht entwickelt sich der Zweck aus der Vision und ist nicht nur mit ihr verknüpft? Die Antwort auf die Frage „was ist mein Part den ich zur Vision beitrage?“ wäre demnach mein Zweck.

    Hmmm…. glaube da muss ich noch mehr als eine Nacht drüber sinnieren :-) Jedenfalls gefällt mir der Artikel super, hat mich mal wieder inspiriert in eine neue Richtung zu denken!

    • Juliane Waack
      Juliane Waack sagte:

      Ja, bei Ziel und Zweck ist der Unterschied einfach zu bestimmen, Zweck und Vision sind wahrscheinlich mal identisch und dann wieder nicht, je nachdem, was einen Menschen motiviert. Den Zweck als Teilhabe an der gemeinsamen Vision zu sehen, gefällt mir sehr, alleine, weil es dadurch das Unternehmen in Verantwortung nimmt, eine Vision zu entwickeln, an der Mitarbeiter auch teilnehmen können und diese Teilhabe zu gestalten.

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