Wie viele Kundendaten verstauben ungenutzt in den Datenbanken der Unternehmen?

Wenn man Kundendaten als die neue Währung bezeichnet, dann stimmt das nur teilweise. Denn eigentlich sind nicht die Kundendaten selbst wertvoll, sondern das, was man aus ihnen macht. Sie sind also eher mit Rohstoffen zu vergleichen, die erst mit dem richtigen Handwerk ihren wahren Wert erhalten.

Kundendaten: Rohstoff statt Währung

Eines der größten Probleme im Content Marketing ist die Tatsache, dass Unternehmen davon ausgehen, sie müssten lediglich viel Content produzieren und alles würde sich fügen. Stattdessen haben die meisten Unternehmen zu viel Content, der nicht effektiv eingesetzt wird. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass Customer Analytics dasselbe Problem hat.

Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge, scheint Customer Analytics noch nicht ganz in Unternehmen angekommen zu sein (Quelle: via IT Business). Gerade im digitalen Wandel und den dadurch zahlreichen Berührungspunkten mit digitalen Kanälen können Unternehmen quasi mit jeder Interaktion wertvolle Daten sammeln. Doch 35% der Unternehmen setzen keine Werkzeuge ein, um diese Daten auch auszuwerten bzw. zu nutzen, um das Kundenerlebnis zu optimieren.

Geht man ins Detail, so sehen die Zahlen sogar noch schlimmer aus. So werten 88% aller befragten Unternehmen ihre Social Media-Kanäle nicht aus und 94% haben keine Informationen über die Kundennutzung von angebotenen Apps.

Zu wenig Unternehmen nutzen Analytics-Tools

Lediglich 5% aller befragten Unternehmen nutzen Werkzeuge, um Personalisierung und Segmentierung möglich zu machen. Dabei sind das quasi die Grundlagen, um die Kundenkommunikation individuell zu gestalten und jeden Kunden nach seinen Präferenzen zu betreuen. Es gibt kaum einen wichtigeren Grund, um Kundendaten zu sammeln, als die Individualisierung der Kundeninteraktionen. Warum also Daten sammeln, wenn man sie nicht nutzt?

Und es geht weiter: rund 50% der Unternehmen generieren Strategien, um Prozesse zu optimieren, basierend auf ihren Daten. Sprich, von den 65% aller Unternehmen, die sogar die richtigen Werkzeuge und Mittel haben, um gesammelte Daten auszuwerten, verzichtet jedes fünfte Unternehmen darauf, diese Ergebnisse auch zu nutzen, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Dass Unternehmen sich dadurch erhebliche Vorteile entgehen lassen, liefert die Studie gleich mit.

So haben Unternehmen, die Kundendaten sammeln, auswerten und die Ergebnisse einsetzen, klare Mehrwerte:

  • 61% konnten ihre Produkte oder Dienstleistungen kundenzentriert anpassen
  • 58% können die digitalen Aktivitäten von Wettbewerbern messen und berücksichtigen
  • 49% haben ein besseres Bild vom Markt und können mögliche Veränderungen und Risiken voraussehen
  • 47% konnten neue Kundengruppen identifizieren.

Fazit: A fool with a tool is still a fool

Das Lieblingssprichwort von Experte Reinhard Janning bleibt eine der wichtigsten Weisheiten im digitalen Wandel. Das Vorhandensein von Daten und Analyse-Tools allein reicht nicht aus, um wirklich den Mehrwert von Customer Analytics zu generieren. Stattdessen müssen Unternehmen sich dessen bewusst sein, was sie mit den Daten erfahren können (und wollen), wie sie sie produktiv einsetzen können und welche Werkzeuge, Prozesse und Methoden ihnen dabei helfen.

Zu den tatsächlichen Vorteilen (und zu den Mythen) von Customer Analytics hat übrigens unser Analytics-Experte Dr. Alexander Beck bereits im Interview Rede und Antwort gestanden.

Erfahren Sie mehr dazu, wie Sie Kundendaten effektiv einsetzen können, um Kundenverhalten zu antizipieren und so individueller und erfolgreicher Kunden anzusprechen. In unserem kostenlosen Whitepaper erfahren Sie alles von den Vorteilen des sogenannten “Predictive Marketing” bis hin zur Methodik.

Print Friendly, PDF & Email
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.