Frau trägt Virtual Reality Brille auf Baustelle und Bauarbeiter sieht zu

Die Konzepte virtueller, augmentierter und gemischter „Reality“ fließen immer häufiger in unseren Business und privaten Alltag ein. Doch was versteht man eigentlich darunter und wie können sie für Nutzer und Kunden eingesetzt werden?

Was ist Virtual Reality (VR)?

Das sicher bekannteste Konzept beschreibt eine komplett virtuelle Welt, in die sich der Nutzer hineinversetzt. Diese wird beispielsweise durch eine VR-Brille übertragen. Wichtig ist dabei, dass ein digitaler Showroom oder ein gut designtes Computerspiel nicht sofort VR ist. Der Nutzer befindet sich immer noch bewusst in einem physischen Raum. VR bedeutet derweil, dass sich der Nutzer komplett in die Welt versetzt fühlt, die physische Welt also visuell bzw. anderweitig nicht mehr wahrnimmt. Elemente der echten Welt spielen keine Rolle in der Virtual Reality, alles ist digital und wirkt im Idealfall „echt“.

Einsatz von VR

Gerade im Gaming-Bereich gibt es bereits eindrucksvolle Beispiele für VR, die vor allem zeigen, wie weit sich die Technologie in den letzten Jahren entwickelt hat.

Doch auch in anderen Märkten kann und wird VR mit Erfolg eingesetzt. So gibt es Anwendungsgebiete in der Therapie. So kann VR Patienten dabei helfen, mit Trauma oder Ängsten umzugehen, indem sie in einer sicheren Umgebung ansonsten anstrengende Szenarien durchspielen können.

In der Medizin dient VR häufig auch dem Training, da auch hier das geringe bis nicht vorhandene Risiko dabei hilft, Routinen zu erlernen und Fehler zu machen, ohne Schaden zuzufügen.

Gerade der Trainingsaspekt lässt sich entsprechend in quasi allen anderen Bereichen einsetzen, sei es in der Industrie, im Sport oder im Bildungswesen.

Virtual Reality für Marketing und Vertrieb?

Im Marketing und Vertrieb wird das Thema zwar häufig genannt, wenn es um Innovationen geht, doch ich persönlich sehe Augmented Reality sehr viel eher als Treiber in diesen Bereichen. VR ist stark abhängig von vorhandener Technologie, die Stand heute auch nicht gerade billig ist. Zu Entertainment-Zwecken lohnt sich der VR-Invest sicher, doch außerhalb der Gaming-Zielgruppe wird es wohl wenig Kundengruppen geben, bei denen ein großer Anteil ein VR-Headset besitzt. Lediglich auf Messen oder vor Ort können VR-Brillen bequemer eingesetzt werden, jedoch ist da die Kosten/Nutzen-Frage (auch in der Entwicklung der virtuellen Umgebung) natürlich ausschlaggebend.
Dass manchen Nutzer außerdem von der Nutzung schwindelig wird, ist gerade im Marketing und Vertrieb, wo das Erlebnis im Mittelpunkt steht, nicht gerade praktisch.

Zwischen Buzzword und Technologie

Zusätzlich wird der Begriff oft auch falsch verwendet. Viele Marketer bezeichnen oft fälschlicherweise bereits virtuelle Showrooms oder 3D-Modelle als Virtual Reality. Doch ein virtueller Ausstellungsraum, den sich der Nutzer auf einer Webseite anschauen und mit wenigen Klicks durchqueren kann, ist nicht direkt Virtual Reality, da der Nutzer ohne eine VR-Brille ja eben nicht in diesem Moment von einer virtuellen Realität umgegeben ist. Der Ausstellungsraum mag virtuell sein, aber die Realität des Nutzers ist dessen Zimmer und Computer, vor dem er sitzt. Hier lohnt sich also immer ein genauer Blick darauf, wovon eigentlich wirklich geredet wird.

Was ist Augmented Reality (AR)?

Das für mich persönlich am spannendste Konzept verknüpft die analoge Welt mit virtuellen Overlays, die beispielsweise durch einen Bildschirm mit Kamerafunktion ergänzt werden. Das heißt, dass über einen Bildschirm bzw. ein Display virtuelle Elemente auf echte physische Elemente „gelegt“ bzw. dort abgebildet werden. Oft geschieht dies mit interaktiven Möglichkeiten, so das Nutzer mit den virtuellen Aspekten im physischen Raum durch den Bildschirm interagieren können.

Das populärste Beispiel ist auch heute noch die Pokemon-Go-App, mit der Menschen via Smartphone durch die Gegend laufen und über den Bildschirm Pokemon einfangen konnten, die an verschiedenen Orten weltweit auftauchten.

Einsatz von AR

Augmented Reality kann jedoch auch außerhalb der Gaming-Welt genutzt werden und hat dort viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. So kann die korrekte Handhabe von Maschinen oder Produkten durch AR erleichtert werden, indem digitale Handlungshinweise über den Produkten erscheinen. Auch im medizinischen Bereich, in der Entwicklung & Forschung oder im Bildungswesen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um physische Objekte und Umgebungen durch digitale Erweiterungen zu ergänzen.

Mit einer Verknüpfung der App mit dem Gerät (das Internet der Dinge lässt grüßen), können Nutzer sogar Objekte mit AR-Funktionen steuern.

Eine bereits aktuell praktische Anwendung von Augmented Reality zeigt sich auch in der Luftfahrt. Dort wird Piloten beispielsweise für Landungen die beste Positionierung und Ausrichtung des Flugzeugs via AR angezeigt. Dadurch können Optimierungen durch kleinste Anpassungen der Strecke ermöglicht werden, um beispielsweise die Landung sanfter und vor allem sicherer zu gestalten.

AR für Marketing und Vertrieb

In Marketing und Vertrieb kann Augmented Reality potenziell schon jetzt eingesetzt werden, etwa in Form einer App, die beispielsweise ein Produkt durch Informationen ergänzt oder die Handhabe visualisiert. Im Retail ergeben sich auch Optionen, das Einkaufen im Laden durch eine App zu erleichtern. Da viele Kunden im stationären Handel das Smartphone zur Produktrecherche nutzen, könnten Anbieter hier die Produktsuche erleichtern, Rabatte anzeigen, etc. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Online Shoppen zu bereichern. Ein hervorragendes Beispiel dafür liefert die IKEA-App, die bei der Planung vom Möbelkauf hilft.

(Mehr Beispiele, um die digitalen Kundenerlebnisse zu optimieren, finden Sie übrigens hier)

Was ist Mixed Reality (MR)?

Die Kombination von VR und AR entsteht beispielsweise durch Technologien wie die Microsoft HoloLens, die durch eine Art VR-Brille teilweise Virtual Reality, aber auch beispielsweise virtuelle Dashboards in einer realen Umgebung darstellt. Allerdings muss man ehrlich sagen, dass der konkrete Unterschied zu Augmented bzw. Virtual Reality noch nicht ganz so klar in den aktuell verfügbaren Technologien ist. Eine ziemlich gute Übersicht gibt auch das Saturn-Magazin Turn On im Erklärvideo:

Einsatz von MR

Die Anwendungsbereiche liegen hier eindeutig im Entwicklungsbereich bzw. überall dort, wo virtuelle Umgebungen interaktiv gestaltet werden können. Potenzial gibt es hier in allen Bereichen, in denen Dashboardfunktionen durch eine interaktive Gestaltung erweitert werden können (Mediendesign, Entwicklung, etc.).

Auch im Kundenbereich könnte diese Art der virtuellen Welt (irgendwann einmal) Einsatz finden, etwa, um Kunden im Retail Möglichkeiten zur Anpassung Ihrer Wunschprodukte zu bieten, etc.

Innovativ und ‚Virtual‘ im Marketing und Vertrieb: Wo ist der Need?

Es ist grundsätzlich immer zu begrüßen, sich mit neuen Technologien und ihrem Einsatz zu beschäftigen. Doch ob man diese wirklich im Arbeits- oder Kundenalltag einsetzen kann, sollte gut überlegt sein. Tatsächlich gibt es zahlreiche Bereiche, in denen schon jetzt Augmented Reality eingesetzt werden kann. Die Frage ist allerdings, ob dies für Ihr Unternehmen auch einen Mehrwert mit sich bringt. Dazu hilft es, Kunden und auch Mitarbeiter zu befragen, wo aktuelle Bedürfnisse und Wünsche bestehen und ob diese etwa durch den Einsatz von VR oder AR erfüllt werden können.

Kurzum: Nicht der Trend selbst sollte den Einsatz in Ihrem Unternehmen entscheiden, sondern der Bedarf bzw. der Mehrwert, den dieser Trend spezifisch für Ihr Unternehmen liefern kann. Mehr dazu lesen Sie auch hier.


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