Schreibtisch mit Kaffeetasse, Stift und Tastatur

Wie beeinflusst Covid-19 die Arbeitswelt für die Schweizer? Eine Kurzumfrage der Future Work Group in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW gibt einen Einblick.

Auf einen Blick: Mitarbeiter sind mehrheitlich zufrieden, wie Unternehmen mit der Krisensituation umgehen. Der Wechsel ins Home Office wird jedoch von fast jedem zweiten Unternehmen unzureichend unterstützt, da es an den richtigen digitalen Anwendungen und Prozessen fehlt. Dadurch können die Vorteile des Home Office nicht ganzheitlich genutzt werden.

Krisenbewältigung verläuft positiv – mit einigen Schwächen

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass immerhin mehr als drei Viertel aller befragten Mitarbeiter und Führungskräfte damit zufrieden sind, wie ihre Unternehmen mit der Krise umgehen (Quelle: via organisator.ch). 42,9 % sind sogar sehr zufrieden.

Bezüglich der Stressbelastung hat sich für 70 % der Befragten nichts geändert, 28 % haben sogar Verbesserungen festgestellt. Dies kann insbesondere an fehlenden Pendelstrecken liegen, die durch das Arbeiten im Home Office nicht mehr nötig sind.

Mitarbeiter wollen mehr Transparenz

Achten sollten Unternehmen derweil darauf, dass ihre Mitarbeiter auch zuhause genügend mit Kollegen interagieren und emotionalen Rückhalt haben. Mehr als jeder dritte Befragte hat in diesen Bereichen eine Verschlechterung bemerkt. Gerade das mentale Wohl von Mitarbeitern spielt eine wachsende Rolle in Unternehmen (Stichwort New Work) und sollte in Krisensituationen eine besondere Aufmerksamkeit vom Management erhalten. Interne Stimmungsbarometer können hier helfen, zu identifizieren, wie sich Mitarbeiter fühlen und in welchen Bereichen das Unternehmen unterstützen kann.

Zusätzlich sollten Unternehmen sicherstellen, dass die digitale Kommunikation einerseits transparent erfolgt – also nicht nur auf 1:1-Chats, -Telefonaten und -E-Mails basiert – und andererseits respektvoll bleibt. Leitplanken in Bezug auf Tonalität, Respekt und Kritik können hier Rahmenbedingungen schaffen, um besonders für Mitarbeiter, die das digitale Kommunizieren nicht gewohnt sind, den Wandel zu begleiten.

Gruppenchats, aber auch Kommunikationssysteme wie Slack oder Teams sowie Video-Meetings helfen derweil, alle Mitarbeiter abzuholen und zu informieren. Potenziell müssen hier neue Prozesse entwickelt werden, um Updates und Fortschritte zu kommunizieren.

Mehr zur Nutzung der richtigen Kanäle beim virtuellen (Zusammen-) Arbeiten können Sie hier nachlesen.

Unternehmen fehlt die Infrastruktur

Auffällig ist, dass es diversen Unternehmen an den richtigen technologischen Grundlagen zu mangeln scheint. Nur 56 % der Befragten geben an, dass ihre Unternehmen eine Infrastruktur zur digitalen Kommunikation aufgesetzt haben. Fast jedes zweite Unternehmen hat beim Wechsel zum Home Office nicht die notwendigen Anwendungen bereitgestellt. Daher ist anzunehmen, dass 44 % der befragten Unternehmen auch vor der Pandemie keine Remote Work-Optionen für Mitarbeiter hatten.

Das kann auch ein Grund dafür sein, dass circa ein Drittel aller Befragten Home Office insgesamt als Einschränkung in ihrer Arbeit sehen. Fehlen sowohl Routine als auch die richtigen Anwendungen, so ist das Home Office natürlich weniger produktiv. Entsprechend wird es dann auch als Eingriff in die normalen Arbeitsabläufe gesehen und negativer wahrgenommen.

Dass die richtigen Tools und Prozesse derweil sogar „beflügeln“ können, zeigt sich in den Antworten derjenigen Umfrageteilnehmer, die keine Einschränkung wahrnehmen. Mehr als 55 % arbeiten eigenen Angaben zufolge kreativer im Home Office. Der Schluss liegt hier sehr nahe, dass die Qualität des Home Office eng damit zusammenhängt, wie Mitarbeiter dort ausgestattet sind. Stehen gute Hardware (Kopfhörer, Laptops, Bildschirme, Smartphones) und Software (Datenablage, Kommunikation, etc.) zur Verfügung, so lassen sich die meisten Prozesse einfach vom Büro nachhause verlagern.


Auf unserer Informationsseite Provide-20 finden Sie hilfreiche Informationen zur Zusammenarbeit im digitalen Umfeld.

New call-to-action

Print Friendly, PDF & Email
,