Eier in einem Nest

Als ich vor ein paar Jahren bei einem Start-up über Cloud Computing Texte schrieb, stand das Thema Datenschutz regelmäßig ganz oben auf der Liste der Herausforderungen, Probleme und Hürden, die den Sprung zur Cloud erschwerten. Bereits damals konnte ich mich nicht ganz anfreunden mit dem Gedanken, dass Datenschutz etwas ist, dass man zähneknirschend hinnimmt.

Ignorieren wir einmal alle Regularien, Verordnungen und drohenden Bußgelder, ist Datenschutz vor allem eins: die verantwortungsvolle Pflege und Betreuung von Kundeninformationen. Wer das als Hürde für sein Geschäft bezeichnet, der kommuniziert an seine Kunden, dass das Kundenwohl keine hohe Priorität in der Unternehmenskultur hat.

Datenschutz ist Respekt vor den Kunden

Aus der Kundensicht heraus ist das Herausgeben personengebundener Daten ein extremer Vertrauensvorschuss. Warum sollten sich also Unternehmen darüber beschweren, dass sie dieses Vertrauen respektieren? Einer PWC-Studie aus dem Jahr 2015 zufolge sind sich 92% aller Kunden einig, dass Unternehmen aktiv Datenschutz betreiben sollen. Mehr noch, 72% denken, dass Unternehmen und nicht die Regierung, in der Lage sind, ihre Daten zu schützen. Trotzdem sind 82% überzeugt davon, dass die Regierung regulieren muss, wie Unternehmen Daten nutzen.

Diese Ergebnisse sind übrigens immer noch aktuell und ähneln einer Studie aus dem Jahr 2017 des SAP-Partners Gigya (Sie können sich die Studie hier herunterladen).

Kurzum: Datenschutz ist ein Kundenwunsch. Wenn Unternehmen also wirklich modern und kundenzentriert agieren wollen, dann sollte Datenschutz grundsätzlich zu den Prioritäten gehören. Mehr noch, Unternehmen sollten sich die Sorgen der Kunden zu eigen machen und ganz besonders sorgsam mit Kundendaten umgehen. Denn: 85% der befragten Kunden werden nicht bei einem Unternehmen einkaufen, wenn sie befürchten, dass es keine zuverlässigen Sicherheitsmaßnahmen gibt.

Im Pulse Check von Accenture (PDF), gaben 83% aller befragten Kunden an, dass sie ihre persönlichen Daten gerne für ein besseres Erlebnis teilen. Aber nur unter der Bedingung, dass Unternehmen transparent über die Verwendung der Daten sind.

Was wollen Kunden, wenn es um Datenschutz geht?

Selbstbestimmung über die eigenen Daten

Geben Sie Kunden die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Daten sie teilen möchten, die Daten einzusehen und jede Einwilligung zur Nutzung jederzeit rückgängig zu machen.

Information bei (potenziellen) Datenmissbräuchen

Rein rechtlich müssen Unternehmen nur die Behörden, nicht aber die betroffenen Kunden über einen Datenmissbrauch informieren. Doch eine aktive Kommunikation an die Kunden kann das Vertrauen maßgeblich stärken. Wenn Kunden erst später von anderen Quellen von einem Vorfall erfahren, kann dies zum Vertrauensverlust und im schlimmsten Fall zum Kundenabsprung führen.

Die Möglichkeit, ihre Daten unmittelbar löschen zu lassen

Gemäß der DSGVO müssen Unternehmen auf Anfrage der Kunden personengebundene Daten löschen, es sei denn, diese müssen zur Auftragserfüllung oder aus anderen rechtlichen Gründen gespeichert werden. Machen Sie es Ihren Kunden leicht und informieren Sie transparent über diese Möglichkeit.

Verständliche Datenschutzbestimmungen

Rechtssprache ist im Deutschen schwer genug. Sorgen Sie bei der Formulierung der Datenschutzbestimmungen dafür, dass diese nicht durch ambivalente Formulierungen oder Ungenauigkeiten komplizierter ist als notwendig. Erläutern Sie im Zweifel schwierige Konzepte und bieten Sie alle Informationen zentral an.

Unsere Experten beraten Sie gerne beim Einsatz von Kundendaten zur Optimierung vom Kundenerlebnis. Informieren Sie sich jetzt auf unserer Leistungsseite über unsere Angebote.

Print Friendly, PDF & Email
1 Antwort

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.