Papierraumschiff, das andere Raumschiffe überholt

In einer aktuellen Studie hat das Beratungsunternehmen Deloitte Entscheider und Manager gefragt, wie es in ihren Unternehmen bezüglich Transformationsprozesse aussieht und was die Kernpunkte einer erfolgreichen Transformation sind.

Die Studie wurde 2020 mit mehr als 150 Unternehmen aus dem DACH-Raum durchgeführt (mehr Informationen finden Sie hier).

Transformation gehört zum Unternehmensalltag

Knapp jedes vierte befragte Unternehmen hat in den letzten 10 Jahren mehr als 10 Transformationen durchgemacht. Nur 4 % haben lediglich einen Transformationsprozess erlebt. Deloitte hat dabei festgestellt, dass nur 30 % aller Transformationen wirklich erfolgreich sind. Dabei hat Deloitte unterschiedliche Gründe für Misserfolge identifiziert:

  • Die Projekte werden nicht ordentlich geplant. Beispielsweise werden Projekte nicht ausreichend auf Unternehmensziele angepasst.
  • Es fehlen messbare Erfolgszahlen und Ressourcen werden nicht effizient zugewiesen.
  • Der Aufwand der Implementierung wird häufig unterschätzt, was dazu führt, dass Kosten und Zeit zu gering eingeplant wurden.
  • Das Management ist nicht in der Implementierung involviert, wodurch häufig die Priorität des Projektes nicht unternehmensweit anerkannt wird.
  • Die richtigen Stakeholder sind nicht involviert und unterschiedliche Stakeholder im Projekt sind nicht ausreichend aufeinander abgestimmt.

Kurzum: Transformationsprojekte werden nicht als Hebel für das gesamte Unternehmen erkannt, weshalb oft die richtigen Stakeholder, Ressourcen und Ziele fehlen.

Deloitte hat daher sieben Grundlagen identifiziert, die ein erfolgreiches Transformationsprojekt braucht.

  1. Kundenzentrierung

Kundenbedürfnisse müssen beachtet werden, und zwar basierend auf Kundenfeedback und der Auswertung von Kundendaten, etwa zum Verhalten auf digitalen Plattformen, bevorzugten Kanälen, Bezahlarten, etc.

Die Performance mit einem kundenzentrierten Ansatz ist Deloitte zufolge für die befragten Unternehmen um 20 % erfolgreicher. Unternehmen sollten also darauf achten, dass ihre Transformationsziele auch direkt auf Kundenbedürfnisse einzahlen. Sprich, Kunden gehören zu den Stakeholdern.

  1. Holistisch innovieren

Deloitte empfiehlt, einerseits die Kernbereiche zu transformieren, jedoch gleichzeitig auch darauf zu achten, dass die „Edges“, also Randbereiche beachtet und ergründet werden. Oft lassen sich enorme Innovationspotenziale entdecken, wenn auch kleinere Bereiche mit exploriert werden, die beispielsweise im digitalen Raum eine größere Hebelwirkung haben. Gerade in disruptiven Zeiten bleiben Unternehmen dadurch auch flexibler, da sie schneller Geschäftsmodelle auf andere Bereiche fokussieren können.

So haben während der Pandemie Retail-Anbieter mit Online-Angeboten starke Vorteile gehabt, da sie ihre Kunden schneller auf digitale Kanäle umlenken konnten.

  1. Operativ und finanziell denken

Nicht nur das Betriebsmodell, sondern auch die Kapitalstrategie müssen mitgedacht werden. Wird die digitale Transformation nur technisch gedacht, können die Mehrwerte nur gering ausfallen. Wichtig ist beispielsweise, dass Investitionen sowohl langfristige als auch kurzfristige Mehrwerte liefern. Zusätzlich müssen Projekte agil geplant werden, da dies Kostenexplosionen bei Verzögerungen oder Änderungen massiv reduzieren kann.

Mehr zu einem smarten Investitionsverhalten lesen Sie übrigens hier.

  1. Diverse Führungskräfte

Für Transformationsprojekte sollte das Management mit den Innovatoren bzw. Projekt-Ownern zusammenarbeiten. Da die Personen im Unternehmen, die Innovationsthemen vorantreiben, oft nicht in der Führungsebene sitzen, ergeben sich hier Potenziale, neue Managementstrukturen aufzubauen.

Entscheidungsgruppen, die aus neuen und bestehenden Führungskräften bestehen, sind der Studie zufolge um 30 % erfolgreicher.

  1. Empowerment durch Entscheidungsfreiheit

Besonders Unternehmensbereiche, die dezentral liegen, sollten eigene Enscheidungsmöglichkeiten haben, um Entscheidungsketten zu verkürzen und dadurch Prozesse zu beschleunigen. Gleichzeitig muss es eine zentrale Anlaufstelle geben, die das Projekt organisiert und alle Stakeholder im Blick hat. Diese Balance ermöglicht es, dass Stakeholder stärker involviert sind, da sie Entscheidungsgewalt haben. Auch entstehen dadurch keine sogenannten „Flaschenhälse“, weil Entscheidungen an einzelnen Personen bzw. Personengruppen hängenbleiben.

Gleichzeitig sorgt das zentrale Projektmanagement dafür, dass die einzelnen Beteiligten nicht überlastet werden und sich auf ihre Kerngebiete konzentrieren können. Die Gesamtorganisation (Monitoring, Change Management, Strategie) liegt bei der Unternehmensführung und garantiert so auch, dass das Projekt entlang der Geschäftsstrategie verläuft.

  1. Alle Stakeholder mitnehmen

Unternehmen müssen die Transformation als Reise verstehen, die von allen Stakeholdern unternommen wird. Entsprechend wichtig ist die Kommunikation und das Engagement (Change Management).

Dazu gehört nicht nur, die Mitarbeitenden einzubeziehen. Auch Shareholder, Kunden sowie Partner und Lieferanten sollten im Kommunikationsprozess einbezogen werden. Tatsächlich kommunizieren Digital Champions weitaus häufiger mit diesen Stakeholdern als sogenannte „Nachzügler“ in der digitalen Transformation.

Wichtig hierbei ist, dass der Kommunikationsplan nicht „On the Go“ entsteht, sondern bereits während der Projektplanung.


Erfahren Sie in unserem Factsheet, wie Sie Change Management mit Fokusgruppen durchführen und so Projekterfolge garantieren können.

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  1. Flexibel bleiben

Agiles Projektmanagement hilft dabei, ein Projekt flexibel zu gestalten, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Durch sogenannte „Sprints“ wird das Projekt in regelmäßigen Abständen begutachtet, um zu prüfen, ob Veränderungen notwendig sind. Dazu gehören auch Tests, um Probleme frühzeitig zu identifizieren, was den Einsatz von Ressourcen langfristig reduziert.

Oft wird Flexibilität so missverstanden, dass alle Beteiligten jederzeit ihren Kurs ändern müssen. Das kann jedoch im Arbeitsalltag schnell für Frust sorgen, denn Routine sorgt für Planungssicherheit und reduziert Stress. Agiles Projektmanagement basiert derweil auf klar definierten Prozessen. Die Flexibilität liegt darin, dass die Prozesse Veränderung mitdenken.


Die Pandemie hat den Transformationsbedarf quasi über Nacht gesteigert. Doch was können Unternehmen tun, um Lösungen schnell zu implementieren und dadurch kurz- wie langfristig Umsätze zu steigern, Kundenloyalität zu stärken und sich an den wandelnden Markt anzupassen? Erfahren Sie es in der Aufzeichnung unseres Themen-Events „Umsatz trotz Corona“.

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