Central Processing Unit

Künstliche Intelligenz ist spannend, innovativ und ein wenig einschüchternd. Was kluge Köpfe, Experten und Innovatoren zu KI und dessen Zukunft sagen – wir haben die besten Zitate gesammelt.

Was wollen wir von künstlicher Intelligenz? Und wie müssen wir an sie herangehen, um das „Denken“ von Maschinen intelligent und/oder menschenähnlich zu entwickeln? Herbert A. Simon, Autor des bereits 1996 von der MIT Press herausgegebenen Buches „The Science of the Artificial“ (1996, Cambridge Mass: MIT Press) erklärte damals:

„Menschen, als Verhaltenssysteme betrachtet, sind sehr einfach. Die Komplexität unseres Verhaltens ist vorwiegend eine Reflexion der Komplexität der Umgebung, in der wir uns befinden.“

Spannend an diesem Denkansatz ist sicher, dass nicht nur die Art und Weise berücksichtig werden muss, wie die Maschine denken soll, sondern auch, in welchem Kontext sie eingesetzt wird und welche Herausforderungen sich in diesem Kontext ergeben. Bei der Diskussion rund um KI gibt es jedoch immer wieder auch Bedenken, wie weit wir als Menschheit gehen sollen und können und wie weit zu weit ist. Da dieses Argument einen großen Anteil KI-Frage ausmacht, möchte ich es hier nicht unerwähnt lassen.

Künstliche Intelligenz: der Teufel steckt im Design

Elizer Yudkowsky, ein KI-Forscher, der sich insbesondere mit „freundlicher“ KI auseinandersetzt, geht davon aus, dass „freundliche“ KI bereits so designt werden muss, dass sie Menschen keinen Schaden anrichten möchte. Quasi eine „Friendliness by default“, wie er es in „Artificial Intelligence as a Positive and Negative Factor in Global Risk“ beschreibt (PDF).

„Die größte Gefahr von künstlicher Intelligenz ist, dass die Menschen viel zu früh denken, dass sie KI verstanden haben.“

Auch Joanne Chen (Partner von Foundation Capital) geht im Gespräch mit Dr. Fei-Fei Li (Google Cloud) und Megan Smith (ehemalige VP bei Google) darauf ein:

„KI ist sehr gut darin, die Welt zu beschreiben, so wie sie heute ist, mit all ihren Vorurteilen. Aber KI weiß nicht, wie die Welt sein sollte.“

Sprich, es liegt am Menschen, KI so zu gestalten, dass die Technologie bereits in der Entwicklung viele Sichtweisen, Kulturen und Denkansätze beinhalten muss, damit sie auch zukunftsgerichtet funktionieren kann. Ein gutes Design ist also das A und O einer funktionierenden KI-Technologie und das nicht nur aus der ethischen Perspektive, wie Senior Research Director bei Gartner, Helen Poitevin weiß (Gartner, „Gartner Predicts 70 Percent of Organizations will integrate AI to Assist Employees‘ Productivity by 2021“):

„Leader im Digital Workplace werden proaktiv KI-basierte Technologien implementieren, etwa virtuelle Assistenten oder andere NPL*-basierte Unterhaltungs-Bots, um die Aufgaben der Mitarbeiter zu unterstützen und zu bereichern. Aber diese KI-Assistenten müssen ausreichend geprüft und beobachtet werden, um digitalen Missbrauch und frustrierende Benutzererfahrungen zu vermeiden.“

*NPL = Natural Language Processing, also vorwiegend der Teilbereich von KI, der mit Spracherkennung und -verarbeitung zu tun hat. Trotz der Komplexitäten und Herausforderungen, sehen jedoch viele Forscher, Entwickler und Experten die immensen Vorteile von KI-Technologie für die Menschheit.

Die Möglichkeiten von KI

Yann LeCun, Chief Artificial Scientist bei Facebook AI Research, hat im Rahmen eines aufklärenden Artikels für Facebook 2016 geschrieben:

„Unsere Intelligenz macht uns menschlich und KI ist eine Ergänzung dessen.“

Auch Bryan Johnson, Entrepeneur und Investor und CEO des KI-Unternehmens Kernel sieht die große Möglichkeit darin, menschliche Leistung nicht zu ersetzen, sondern zu ergänzen.

„Die Beziehung zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz wird irgendwann notwendigerweise eine Symbiose sein.“

Ein spannendes Beispiel, wie diese Symbiose möglich ist, kann man übrigens im TED-Talk von Tom Gruber sehen und hören. In „How AI can enhance our memory, work and social lives“, erklärt er, wie die menschliche Fähigkeit, Krebs anhand von Samples zu erkennen, durch KI noch weiter gestärkt werden konnte. So konnte die Erkennungsrate von 96,6% auf 99,5% gesteigert werden. Ein Unterschied von 2,9% mag auf den ersten Blick gering erscheinen, doch wenn es um Menschenleben geht, zählt jedes Prozent.

„Was wir hier sehen ist, dass wir durch die Kombination von menschlichen und maschinellen Fähigkeiten übermenschliche Ergebnisse liefern können. Und das ist humanistische KI.“

In einem anderen TED-Talk erläutert Fei-Fei Li, wie beispielsweise die Bilderkennung durch Maschinen zukünftig ganz andere Möglichkeiten erschließen kann („How we’re teaching computers to understand pictures“):

„Stück für Stück können wir Maschinen Augenlicht geben. Erst bringen wir ihnen das Sehen bei, dann lernen sie, uns besser zu sehen. Wir Menschen werden zum ersten Mal nicht die Einzigen sein, die die Welt auf diese Art entdecken und über sie nachdenken können. Wir werden Maschinen nicht nur für ihre Intelligenz nutzen, sondern auch mit ihnen zusammenarbeiten und zwar auf Wegen, die wir jetzt noch gar nicht erfassen können.“

Dieser nahezu philosophische Ansatz wird übrigens ganz wunderbar von Sebastian Thrun, CEO bei Kitty Hawk Corporaten und Innovator, im Interview mit Max Chafkin von Fast Company aufgenommen:

„Niemand formuliert es so, aber für mich ist KI fast eine Geisteswissenschaft. Es ist wirklich der Versuch, menschliche Intelligenz und Kognition zu verstehen.“

Die Zukunft von KI

Blicken wir in die Zukunft, so gibt es zahlreiche Möglichkeiten, von der Unterwerfung der Menschheit durch intelligente Maschinen hin bis zur vollkommenen Demokratisierung durch den Einsatz von KI. So gab sich Sam Altman, President by Y Combinator und Co-Chairman von OpenAI, 2015 eher pessimistisch aber begeistert auf Airbnb’s Open Air 2015 Conference mit der vielleicht nicht ganz so ernst gemeinten Aussage:

„KI wird wahrscheinlich das Ende der Welt einleiten, aber bis dahin wird es ein paar tolle Unternehmen geben.“

Tim Cook, CEO bei Apple, sah es 2017 im Interview mit MIT Technology Review optimistischer.

„KI ist so grundlegend. Wir sind an einem Punkt angelangt – und es wird von hier an nur noch besser werden – wo der GPU so mächtig ist, dass es Möglichkeiten für einfach unglaubliche Dinge eröffnen wird. Wir alle müssen sichergehen, dass wir KI zum Wohle der Menschheit nutzen und nicht umgekehrt.“

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