Ausblick in den Schweizer Bergen

Nimmt man sich den Digital Readiness Score von Cisco zum Vorbild, so gibt es kaum ein anderes Land, das so auf die Digitalisierung vorbereitet ist, wie die Schweiz.

Der Digital Readiness-Index erklärt

Auf einer Skala von 0 – 25 hat Cisco basierend auf sieben Kategorien ermittelt, welchen digitalen Reifegrad verschiedene Länder in Bezug auf den digitalen Wandel haben. Die USA liegen dabei mit einem Wert von 20,10 weit vor der Konkurrenz, doch die Schweiz folgt mit 18,42 bereits auf zweiter Stelle. Die sieben Kategorien wurden dabei unterschiedlich gewichtet: Bis zu vier Punkte möglich:

  • Technologische Infrastruktur
  • Fachkräfteentwicklung
  • Lebensstandards
  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Bis zu drei Punkte möglich:

  • Technologienutzung
  • Investitionen
  • Umfeld für Start-ups

Info: Einen eigenen Bericht hat die Schweiz leider nicht von Cisco erhalten, daher basiere ich die folgenden Informationen auf dem deutschen Bericht (PDF), weshalb für einige der Kategorien keine konkreten Daten zur Schweiz vorliegen.

Wenn es um die technologische Infrastruktur geht, so steht die Schweiz insgesamt auf Platz Eins und damit sogar vor Japan. In den Bereichen Lebensstandard (Platz Acht), Fachkräfteentwicklung (Platz Zehn) und Technologienutzung (Platz Zehn) positioniert sich die Schweiz ebenso in den Top Zehn aller gerankten Länder.

Lediglich bei den Investitionen, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Umfeld für Start-ups sind andere Länder besser in den Top Zehn positioniert.

Optimistischer Ausblick

Der Blick von außen wird durch den Status quo in der Schweiz bestätigt. In der „Swiss IT 2018“-Studie (PDF), durchgeführt von IDC und gesponsert von der Swisscom ist der Ausblick auf die digitale Zukunft der Schweiz aus Unternehmenssicht positiv.

Die Schweizer Unternehmen sehen ihre wirtschaftliche Lage sogar positiver als noch 2017. Die Hälfte geht von einem Wandel in den nächsten fünf Jahren aus und rund die Hälfte der befragten Unternehmen sieht den Herausforderungen der Digitalisierung positiv entgegen. Auch politisch wird dieser Optimismus aktiv umgesetzt. So wurde das Thema Digitalisierung im März 2019 in die Leitlinien des Bundesrats für die kommende Legislaturperiode 2019-2023 festgelegt:

„Die Schweiz sichert ihren Wohlstand nachhaltig und nutzt die Chancen der Digitalisierung.“

Zu dieser Leitlinie gehören auch Ziele, darunter ein digitales Angebot staatlicher Leistungen, „stabile sowie innovationsfördernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen“ und Datenschutzmaßnahmen gegen „Cyber-Risiken“. Wie auch in Deutschland zeigt sich lediglich bei kleineren Unternehmen, dass die Digitalisierung noch nicht überall angekommen ist.

Einer Umfrage der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) zufolge gehören 85% der befragten Schweizer KMU zu sogenannten „digitalen Dinosauriern“. Das ist jedoch kein Schweizer, sondern ein allgemeines Problem. So fällt es grundsätzlich KMU schwerer, Budget und Ressourcen für einen derartig komplexen Wandel freizumachen.

Doch Grund zur Sorge ist das nicht. Immerhin 63% der KMU haben bereits Pläne zur Umsetzung digitaler Maßnahmen. Jedes vierte Unternehmen plant sogar für das gesamte Unternehmen und nicht „nur“ für einzelne Abteilungen, Geschäftsbereiche oder Teilaspekte. Die HWZ sieht dies zwar eher negativ, schaut man sich diese Zahl aber in Hinblick dessen an, dass KMU grundsätzlich selten Frontrunner sind, so zeigt sich hier eher, dass knapp zwei Drittel auf dem richtigen Weg sind.

Fazit: Notwendigkeit der Digitalisierung wird erkannt

Die Voraussetzungen könnten kaum besser für den digitalen Wandel sein. Unternehmen sehen nicht nur die Notwendigkeit der digitalen Transformation an, sondern erkennen auch die Vorteile darin. Der Pessimismus, der noch vor einigen Jahren besonders in Deutschland zum Thema Digitalisierung herrschte, scheint in der Schweiz 2019 keinen Platz zu haben.

Wichtig bleibt jetzt, dass die Unternehmen ihre digitalen Projekte mit Hinblick auf Kunden und andere Stakeholder planen und umsetzen. Auch müssen sie erkennen, dass digitale Prozesse nur dann erfolgreich werden, wenn automatisierte Prozesse auch Mehrwerte schaffen.


Wie können Unternehmen und Führungskräfte mit den Anforderungen des digitalen Wandels umgehen? Welche Technologien sind dabei innovationsfördernd und wie bleiben Kunden und Mitarbeiter im Fokus inmitten des Wandels? Auf unserer virtuellen Konferenz Digital Thoughts 2019 haben Experten über diese Themen und mehr diskutiert. Alle Vorträge und Interviews können Sie sich hier anschauen.

Print Friendly, PDF & Email
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.