Raupe auf einem Ast

Nur jeder dritte Mitarbeiter befürwortet Wandlungsprozesse in seinem Unternehmen. Liegt es an den Mitarbeitern oder werden Transformationsprojekte falsch implementiert?

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“- dieses Sprichwort diente lange als Symbol für wandlungsresistente Individuen. Dabei haben sowohl die Psychologie als auch die Soziologie mittlerweile bestätigt, dass der Mensch zu jeder Zeit in seinem Leben noch in der Lage ist, neue Dinge zu lernen und auch sich selbst zu verändern.

Es kann also nicht daran liegen, dass Mitarbeiter nicht in der Lage sind, sich mit einem Unternehmen zu verändern. Doch einer aktuellen Studie der Markenberatung Sasserath Munzinger Plus zufolge, sieht nur rund jeder dritte Mitarbeiter Wandlungsprozesse in Unternehmen positiv (Quelle:via W&V). Dabei arbeiten 83% der befragten Mitarbeiter in einem Unternehmen, das sich aktuell im Wandel befindet.

Eine der größten Ursachen hat die Studie direkt identifiziert: Mitarbeiter, die sich mit einem Unternehmen bzw. mit ihrer Arbeit identifizieren sehen einen Wandel grundsätzlich positiver (55%) als Mitarbeiter, die keinen großen Sinn in ihrer Arbeit sehen (21%). Und leider machen Letztere die größere Gruppe aus (63% vs. 37%).

Daraus ergibt sich bereits eine erste Herausforderung:

Schaffen Sie sinnstiftende Arbeit

Da sich eine „sinnvolle Arbeit“ für jeden Mitarbeiter individuell zusammenstellt, müssen in einer Unternehmenskultur verschiedene Arbeits- und Persönlichkeitsstile berücksichtigt werden. Mitarbeiterziele, Weiterbildungsmaßnahmen und Arbeitsmodelle müssen so definiert werden, dass sie für den Mitarbeiter Sinn machen. Kurzum: Unternehmen müssen offener dafür sein, dass nicht jeder Mitarbeiter das gleiche Verständnis von einer erfüllenden Arbeit hat.

Doch selbst unter den stark motivierten Mitarbeitern wird der Wandel von knapp jedem Zweiten als negativ eingeschätzt. Wenn also selbst die Personen, die eigentlich hochmotiviert sind und sich stark mit ihrer Arbeit identifizieren, dem Wandel gegenüber skeptisch eingestellt sind, ergibt sich eine zweite Herausforderung:

Kommunizieren Sie offen und transparent

Es gibt zahlreiche Gründe, warum ein Unternehmen sich wandeln muss. Sei es positiv (neue Geschäftsmodelle erschließen, Kundengruppen erweitern oder digitale Tools ausprobieren) oder negativ (sinkende Kundenkaufkraft, erhöhter Wettbewerb, geringer Umsatz), Unternehmen müssen Mitarbeitern gegenüber klare Aussagen machen, warum der Wandel notwendig ist und zwar sukzessive über den gesamten Transformationsprozess hinweg.

Es gibt 9 Gründe für Change in Unternehmen – erfahren Sie mehr

Im Artikel „Communication During an Organizational Change“ (PDF) erläutert Dr. Carol A. Beatty, dass eines der größten Probleme in Unternehmen die Konsistenz der Kommunikation ist. So komme es häufig zu Beginn zu einem“Communication Overload“, es werden also zu viele Informationen frühzeitig kommuniziert. Später bleiben jedoch Updates und relevante Informationen aus. Dadurch entsteht Unsicherheit. Kurzum: es muss eine Kommunikationsstrategie entwickelt werden, die sichergeht, dass Updates und notwendige Informationen kontinuierlich auf allen Ebenen kommuniziert werden. Transparenz muss hier von Anfang bis Ende gedacht und gelebt werden.

Diese Kommunikation muss frühzeitig vom Management erfolgen. Und sie muss auf die einzelnen Mitarbeiterbedürfnisse eingehen. Sie muss beinhalten, warum der Wandel auch für die Mitarbeiter positiv ist. Dabei helfen keine Floskeln, die das Unternehmenswohl unterstreichen. Vielmehr muss sich das Management dafür sensibilisieren, welche Ängste und Sorgen mit demWandel für die Mitarbeiter einher gehen. Erst dann können die Mehrwerte darauf basierend identifiziert bzw. geschaffen werden.

Erfahren Sie im Gastbeitrag, wie Change Management Top-to-Bottom im Unternehmen für eine umfassende Transparenz sorgt. 

Apropos, um die Akzeptanz gegenüber dem Wandel in einem Unternehmen zu steigern, reicht nicht nur die Kommunikation aus oder eine Identifikation mit dem Unternehmen. Auch die dritte Herausforderung muss gemeistert werden:

Lassen Sie alle Mitarbeiter an der Transformation teilhaben

Ohne allzu pauschal zu werden, kann die fehlende Akzeptanz seitens der Mitarbeiter auch daran liegen, dass die geplante Transformation nicht effizient genug ist. Insbesondere dann, wenn alle Planungen ausschließlich vom Management ausgehen, kann es passieren, dass viele notwendige Anforderungen auf der Strecke bleiben. Niemand weiß besser, wie ein Unternehmen funktioniert und welche Prozesse, Technologien und Informationen notwendig für dessen Erfolg sind, wie die Mitarbeiter, die tagtäglich mit diesen Prozessen, Technologien und Informationen arbeiten.

Verändern sich diese Grundlagen, gehört es zu einem professionellen Anforderungsmanagement dazu, die Bedürfnisse, Probleme und Wünsche dieser Mitarbeiter zu berücksichtigen. Gelingt das, wird die Transformation als gemeinsames Projekt nicht nur positiver wahrgenommen, sondern sie kann auch viel effizienter umgesetzt werden.

Mit dem FAST TRACK-Methodenkoffer der ec4u können Sie aus unterschiedlichen Methoden und Workshops wählen, um die Transformation in Ihrem Unternehmen ganzheitlich zu kommunizieren und Mitarbeiter befähigen, Teil des Wandels zu werden.

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