Tablet

In einer aktuellen Umfrage hat das Unternehmen Cisco 5000 Deutsche zu ihrer Einstellung gegenüber der Digitalisierung befragt. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick nicht überraschend, zeigt aber im Detail interessante Erkenntnisse.

71% der Befragten nutzen täglich ein bis drei digitale Endgeräte, etwa das Smartphone oder das Tablet. Für die Herausgeber der Studie „So digital ist Deutschland wirklich“ (PDF), ist das „eigentlich nicht viel“, da es so viele Möglichkeiten gibt. Da jedoch sowohl bei der Geschwindigkeit als auch bei der Verfügbarkeit von Netzangeboten noch Nachholbedarf in Deutschland, insbesondere im ländlichen Raum besteht, sind Produkte wie das Smart Home oder Smart TV vielleicht aus nachvollziehbaren Gründen noch nicht sehr populär.

Interessant ist derweil, dass immerhin jede fünfte befragte Führungskraft vier bis sechs Geräte nutzt und damit über dem Durchschnitt liegt. Hier zeigt sich, dass die Digitalisierung in Unternehmen bereits anders (und anscheinend mobiler) eingesetzt wird. Davon ausgehend, dass eine Cisco-Studie von 2016 noch ergab, dass die digitale Transformation noch nicht in den „Chefetagen“ angekommen ist, lässt sich hier eindeutig ein positiver Wandel verzeichnen (Quelle: Cisco via horizont.net).

Eine auch in der Studie genannte Theorie ist außerdem, dass vielen von uns die Nutzung digitaler Geräte gar nicht so sehr bewusst ist, sei es die vernetzte Kaffeemaschine, die Playstation oder der Fernseher mit Netflix-Verknüpfung. Entsprechend mag man bewusst nur das Smartphone, Tablet und den PC im Kopf haben und nicht an das Smart TV, das Fitbit-Armband oder das intelligente Nachtlicht berücksichtigen.

Unsichere Digitalisierung?

Obwohl nur rund 12% der Befragten Unsicherheit verspüren, wenn sie an Digitalisierung denken und viel eher neugierig (23,5%) oder genervt sind (22,8%), sind mehr als 50% der Befragten der Meinung, dass viele Alltagsdinge (Banking, Shopping, Reisen) durch die Digitalisierung unsicherer werden. Nur 24% gehen davon aus, dass diese Dinge zukünftig sicherer sein werden, 25% sind unentschieden.

Dem gegenüber steht die mehrheitliche Überzeugung, dass die Digitalisierung viele Dinge einfacher macht. 61% empfinden die genannten Alltagsdinge als einfacher, wenn sie digital angeboten oder unterstützt werden. Ein Viertel empfindet sie als komplizierter. Insgesamt sind 48% davon überzeugt, dass die Digitalisierung das eigene Leben verbessert.

Im Rahmen von Hacking-Skandalen und der generellen Vorsicht gegenüber neuen Technologien sind rund 50% gar nicht so beunruhigend, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Durch den tagtäglichen Umgang mit digitalen Prozessen, darunter auch Dingen wie dem Reiseticket via App, dem kartenlosen Bezahlen und anderen Services, verlieren Nutzer durch die Routine viel eher die Angst vor dem Unbekannten. Das insbesondere der Nutzen durch einfachere Prozesse von der Mehrheit erkannt wird, kann positiv bewertet werden.

Ältere Generationen empfinden digitale Anwendungen als kompliziert

Nicht ignorieren sollten jedoch insbesondere Anbieter digitaler Services, dass immerhin noch ein Viertel der Befragten diese Angebote als kompliziert einstuft. Da unter allen Befragten unter 30 nur 8% digitale Angebote als komplizierter einstufen, müssen Unternehmen hier entsprechend gezielt auf ältere Nutzer zugehen und Prozesse und Anwendungen so gestalten, dass sie auch für diejenigen, die nicht als „Digital Natives“ groß geworden sind, schnell und problemlos genutzt werden können.

Interessant ist übrigens, dass für die jungen Leute (18-29 Jahre) die Digitalisierung zwar für fast 40% das Leben verbessert, aber auch für 26% (und damit anteilig häufiger als in anderen Altersgruppen) das Leben verschlechtert. Hier lässt sich nun spekulieren, ob die vermehrte Nutzung digitaler Angebote im Vergleich zu älteren Generationen gleichzeitig auch häufiger negative Erfahrungen nach sich zieht, so dass die Erfahrungen weniger mit dem Alter und eher mit der häufigeren Nutzung in mehr Lebensbereichen zusammenhängt.

Der digitale Arbeitsplatz

45% der Befragten erhoffen sich mehr Flexibilität durch den digitalen Arbeitsplatz, also eine freiere Zeiteinteilung, Home Office-Möglichkeiten und mehr. Fast im Widerspruch dazu geben 43% an, kein Interesse an digitalen Anwendungen am Arbeitsplatz zu haben. Ob es sich hier um genau die andere Hälfte der Befragten handelt oder es hier sogar Befragte gibt, die sich Flexibilität wünschen, ohne die Anwendungen nutzen zu wollen, bleibt offen.

Dass nur 7% noch nie vom „digitalen Arbeitsplatz“ gehört haben, ist derweil eher positiv zu werten.

Was sich jedoch an den Antworten zeigt: wenn 43% kein Interesse daran haben, digitale Tools am Arbeitsplatz zu nutzen, obwohl mehr als 60% im Alltag Vorteile aus digitalen Angeboten ziehen, dann liegt hier eindeutig ein Image-Problem für digitale Anwendungen im Beruf vor. Entweder Unternehmen schaffen es nicht, den Mitarbeitern die Vorteile digitaler Trends „schmackhaft“ zu machen oder die tatsächlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter werden nicht in der Auswahl der digitalen Technologien berücksichtigt. In beiden Fällen ist es ein Management-Thema, die Akzeptanz hier zu erhöhen. Sind Mitarbeiter nicht motiviert, beim digitalen Wandel mitzumachen, wird dies am Ende auch das Kundenerlebnis beeinträchtigen, Prozesse erschweren und die unternehmensinterne Digitalisierung insgesamt ins Stocken bringen.

Hier eignet sich ein Blick auf die Change Management-Methode, um die richtige Herangehensweise im Management zu planen.

Wie die Digitalisierung auch Ihre CRM-Strategie beeinflusst und was Sie tun können, um sie dem Wandel anzupassen, erfahren Sie übrigens in unserem Whitepaper.

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