Wettschwimmen

Je höher die Führungsposition, desto größer ist das Selbstbewusstsein in den Digitalisierungsgrad des eigenen Unternehmens. Woran liegt es?

1600 Geschäftsentscheider aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern oder Geschäftsstellen in mehreren Ländern wurden weltweit von Tata Communications befragt. Das Ergebnis (hier als PDF) ist eine Übersicht über den Status quo und Ausblick auf die (eigene) Digitalisierung.

Digitalisierung: Diskrepanz im Selbstbild

Je höher die Führungsebene, desto eher wird der eigene Status der Digitalisierung hoch eingeschätzt, so das Ergebnis der Studie. Während beispielsweise Vorstandsmitglieder durchschnittlich zu 41% davon ausgehen, dass ihr Unternehmen führend in der digitalen Transformation ist, sind es unter den C-Level-Managern nur noch 33%. Mehr noch, Direktoren und Teamleiter sind im Durchschnitt nur noch halb so überzeugt von der Fortschrittlichkeit der eigenen Digitalisierung.

Diese Unterschiede in der Wahrnehmung digitaler Prozesse, Arbeitsaufwände und Fortschritte ist nicht neu. Srinivasan CR, Chief Digital Officer für Tata Communications, sieht darin einen „Weckruf“ für Unternehmen:

„Diese Diskrepanz zeigt, dass Geschäftsführer und Leiter von Geschäftseinheiten den CEO besser über alle Herausforderungen informieren müssen, vor denen sie bei der Einführung neuer Technologien wie IoT und KI stehen. CEOs sollten ihren Teams mehr Fragen stellen und sich nicht vom Hype der digitalen Transformation mitreißen lassen.“ (Quelle: digitalbusiness-cloud.de)

Transparenz und Kommunikation: don’t kill the messenger

Hier kann es zusätzlich zu einem Henne-Ei-Problem kommen, wenn die Geschäftsführung sich zu wenig über die Umsetzung digitaler Prozesse informiert und Manager und Teamleiter gleichzeitig insbesondere Probleme nicht ausreichend kommunizieren. Dadurch entsteht auf der CEO-Ebene der Eindruck, alles sei in Ordnung (die Teamleiter würden sich schon melden, wenn es Probleme gibt), während auf der Teamebene der Eindruck entsteht, sie wären auf sich allein gestellt und müssten ausschließlich positive Informationen liefern (wir müssen Herausforderungen sowieso alleine meistern, wozu also nach oben kommunizieren?).

Die Lösung ist nur teilweise technologischer Natur, denn am Anfang und am Ende aller erfolgreicher Geschäftsprozesse steht eine gesunde Kommunikationskultur. Unternehmen müssen Wege finden, wie die Implementierung digitaler Technologien und Prozesse kontinuierlich und auf das Wesentliche reduziert auch und besonders an die Geschäftsführung kommuniziert wird.

Umgekehrt muss die Geschäftsführung Interesse daran zeigen, wie die Umsetzung erfolgt und ob alle Beteiligten auf einer Linie sind. Dazu gehört auch, dass sie realistische Einschätzungen, die vielleicht nicht identisch mit den Plänen des Unternehmens sind, akzeptieren und Ziele entsprechend anpassen. Gerade bei komplexen technologischen Umsetzungen, an denen viele Stakeholder beteiligt sind, ist ein gesundes Maß an Flexibilität notwendig. Wichtig ist dabei, dass die Vermittlung negativer Nachrichten nicht im Sinne von „Kill the messenger“ bestraft werden sollte. Stattdessen muss es möglich sein, Probleme, Kritik und Feedback in einem produktiven Rahmen zu äußern, zu bewerten und gegebenenfalls anzugehen.

Konzepte wie die Change Management-Methode können hier gerade bei grundlegenden Transformationen eine erfolgreiche Grundlage bieten, um diesen Kommunikationsrahmen herzustellen.


Erfahren Sie mehr dazu auf diesem Blog oder laden Sie sich unser Factsheet zum Thema „Change Management mit Fokusgruppen“ herunter.

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