Medaille mit Winner-Aufdruck

In einer aktuellen Studie von etventure wurden rund 2000 Großunternehmen in Deutschland zur Digitalisierung befragt. Das Ergebnis zeigt: es geht voran, aber einige Kernthemen werden noch stiefmütterlich behandelt.

Für 56% der befragten Unternehmen gehört die Digitalisierung zu den Top 3-Themen. Für 27% ist sie unter den Top 10-Themen und für nur 6% ist sie das wichtigste Thema im Unternehmen. Das kann man nun negativ bewerten. Doch die Digitalisierung ist sowieso als Mittel zum Zweck zu verstehen, um andere Dinge zu erreichen (etwa Kundenzentrierung oder Flexibilität für mehr Innovationen). Hier wäre natürlich interessant gewesen, welche anderen Themen in den Unternehmen über die Digitalisierung geordnet wurden, um klare Schlüsse zu ziehen.

Wie sehr beeinflusst die Digitalisierung Ihre Geschäftsmodelle und welche Chancen und Hürden sehen Sie im digitalen Wandel? Unsere Umfrage dauert nur eine Minute und wir senden die Ergebnisse inklusive Auswertung an alle Teilnehmer (wenn gewünscht):

Besonders spannend für mich sind die Antworten zur Frage nach den “konkreten Erfolgen” die durch die Digitalisierung erzielt wurden und die ich hier jeweils kurz erläutern möchte.

  1. Nutzung neuer Technologien / Markttrends (72%)

Natürlich kann man neue Technologien nutzen, wenn man neue Technologien einsetzt (das ist immerhin Kern der Digitalisierung). Vielleicht lag es an der Fragestellung, aber der größte Vorteil wirkt auf den ersten Blick ein wenig verwirrend. Gehen wir jedoch davon aus, dass damit auch die Möglichkeit gemeint ist, schneller auf neue Technologien und Markttrends einzugehen und diese für das eigene Unternehmen zu nutzen, macht Punkt 1 wieder etwas mehr Sinn.

  1. Effizienzsteigerung / Kostenreduktion

Da an mitunter erster Stelle jeder Digitalisierung die Automatisierung von Prozessen steht, ist es kein Wunder, dass sich bestimmte Workflows durch die Digitalisierung optimieren und sich so auch Kosten sparen lassen. Allein mit Marketing Automation oder auch digitalen Service-Angeboten lässt sich beispielsweise notwendige, rein informative Kundenkommunikation einfacher skalieren.

  1. Aufbau digitaler Kompetenzen (70%)

Learning by doing, ist wohl das Mantra der Digitalisierung. 72% aller befragten Unternehmen unterstützen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, 46% suchen spezifisch nach Mitarbeitern mit digitalen Kompetenzen. Entsprechend wächst auch die Kompetenz innerhalb der Unternehmen. Noch vor wenigen Jahren galt die mangelnde Fachkompetenz neben Datenschutz und Kompatibilitäts-Problemen zu den größten Hürden der Digitalisierung.

Lernen können Unternehmen sicher auch von Startups und externen Beratungsunternehmen, die weiterhin bevorzugt bei der digitalen Transformation mit in den Prozess einbezogen werden.

  1. Zugang zu neuen Kundengruppen (49%)

Einer der größten Vorteile der Automatisierung ist die Möglichkeit, mehr Services auf mehr Kanälen zu bieten. Mit der richtigen Software bzw. App können beispielsweise Social Media-Kanäle bequem von einer Plattform aus gemanagt werden und ermöglichen so eine breiter gefächerte Ausrichtung.

Je mehr Kanäle bedient werden können, desto mehr Neukunden werden auch erreicht. Dank moderner Analytics-Methoden, die teilweise Content und Angebote nach Kundenverhalten ausrichten, können außerdem auch Kundengruppen erschlossen werden, die ein Unternehmen bis dato gar nicht auf dem Radar hatte.

  1. Entwicklung neuer Geschäftsmodelle (45%)

etventure ist ein wenig enttäuscht, dass “nur” 45% davon profitieren, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Doch davon ausgehend, dass die digitale Transformation nicht nur einen technischen, sondern auch einen kulturellen Wandel erfordert, ist das Ergebnis kein Wunder. Unter den größten Hürden der Digitalisierung werden immer wieder starre Strukturen, festgefahrene Bereiche, zu viele Entscheider und Innovationsscheu genannt. Diese Hürden sorgen dafür, dass sich Technologien erst in Unternehmen durchsetzen müssen, bevor mit ihnen ganze Geschäftsmodelle neu gedacht werden können.

  1. Optimierung der Kundenerfahrung (44%)

Hier bin ich derweil ein wenig enttäuscht, denn zumindest bei uns in der ec4u steht die Digitalisierung nahezu gleichbedeutend mit einer verstärkten Kundenzentrierung. Diese ist nämlich gerade durch Automatisierung, mobiler Anwendungen und Einsatz von Analytics möglich.

Da jedoch auch die Kundenzentrierung neben der technologischen Umsetzung ein Umdenken im gesamten Unternehmern erfordert, kann es hier ebenso wie bei Punkt 5 auch noch daran liegen, dass es manchmal eben doch länger dauert, den Hebel im Kopf umzuschalten, als den in der IT.

Mehr zum Thema des kundenzentrierten Customer Journey Management können Sie übrigens in unserer Webinar-Aufzeichnung erfahren. Dort erläutert Experte Reinhard Janning, wie bei uns CJM in der Praxis aussieht.

  1. Entwicklung von Innovationen in Zusammenarbeit mit Startups (33%)

Da in der etventure-Studie Großunternehmen befragt wurden, mag dieser Punkt vielleicht nicht jedes KMU ansprechen. Insbesondere kulturell, in der Art der Nutzung neuer Technologien und bei der Verwendung agiler Methoden können Unternehmen so einiges von Startups lernen (übrigens gilt das auch umgekehrt).

Entsprechend lässt sich dieser Punkt sehr begrüßen, auch wenn es nur ein Drittel aller Befragten betrifft.

  1. Expansion in neue Märkte (32%)

Die Globalisierung wird häufig als Problem gesehen, denn dadurch steigt natürlich auch die Konkurrenz und der Kampf um die besten Preise kann schnell ausarten. Doch gleichzeitig wird durch die Digitalisierung natürlich auch mehr Reichweite und ein völlig neuer Kundenstamm erschlossen (wenn man denn will).

Zusätzlich haben disruptive Geschäftsmodelle in der Vergangenheit gezeigt, dass man ganze Branchen mit simplen Apps und Geschäftsideen durcheinanderwirbeln kann. Dass die Popularität von Chat-Diensten und Online-Telkos beispielsweise die Flugbranche bedrohen könnte, hätte man sich vor 20 Jahren kaum vorstellen können.

  1. Umsatzsteigerung (29%)

Dass ausgerechnet der Umsatz an letzter Stelle ist, kann jetzt erst einmal tief enttäuschen. Aber eines dürfte jedem klar sein, der sich mit dem Thema beschäftigt hat: die Digitalisierung ist nicht billig. Bevor man also ernten kann, muss erst investiert werden und natürlich müssen neue Prozesse erprobt, optimiert und angenommen werden. Das dauert seine Zeit. Entsprechend kann man hier natürlich auch Investitionen etwas kritischer betrachten. Haben sie wirklich einen Zweck oder ist es gerade Trend und man will nichts verpassen? Aber eine derartig große Umwälzung und Entwicklung braucht eben auch etwas Zeit.

Mit einem Blick erkennen, ob Ihr Unternehmen seine Ziele erreicht und wo Optimierungsbedarf ist. In unserem Factsheet erfahren Sie, wie Corporate Performance Management dabei hilft, den Überblick zu behalten.

Print Friendly, PDF & Email
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.