Fußabdrücke im Sand am Strand.

Das Future Today Institute präsentiert regelmäßig den „Tech Trends Report“, in dem gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen aufgezählt werden, die auf Technologien bzw. unseren Umgang mit Technologien Einfluss haben. Wir geben Ihnen eine Zusammenfassung und Bewertung der wichtigsten Trends.

Die gesammelten Unterlagen (auf Englisch) des Future Today Institute (FTI) können Sie sich übrigens direkt hier herunterladen.

Trend 1: Das synthetische Jahrzehnt

Künstliche Kopien, ob digital oder analog, werden dem FTI zufolge dieses Jahrzehnt bestimmen. Künstliche Kopien werden immer zum Alltag, angefangen beim Laborburger über virtuelle Superstars bis hin zu digitalen Zwillingen.


Was ist ein digitaler Zwilling?

Ein digitaler Zwilling ist eine virtuelle Kopie eines existierenden Produktes, aber theoretisch auch eines Lebewesens. Der digitale Zwilling kann die Kopie eines echten oder eines potenziellen physischen Gegenparts sein, sei es eine Person, ein Prozess, ein Ort, ein System, ein Gerät, etc. Dabei muss einerseits eine Verbindung zwischen dem physischen und dem virtuellen Modell bestehen. Andererseits muss diese Verbindung durch Echtzeitdaten ermöglicht werden. Mit digitalen Zwillingen können schon jetzt beispielsweise Gerätwartungen durchgeführt werden. So antizipiert und meldet der Zwilling mögliche Probleme, damit frühzeitig reagiert werden kann.


Für Unternehmen stellen sich in diesem Kontext diverse Fragen: Welchen ethischen Grundlagen müssen beispielsweise virtuelle Assistenten folgen? Welche Möglichkeiten ergeben sich in der eigenen Branche im Rahmen der Synthetisierung? Und wie reagieren Kunden auf die neuen „künstlichen“ Produkte?

Trend 2: Daten im Privatleben

In ihrem Medium-Beitrag zu den Trends, auf den sich dieser Beitrag auch beruft, schreibt die Zukunftsforscherin Amy Webb (CEO Future Today Institute):

„Die durchschnittliche Person hat keine Ahnung, wie viele Daten sie ’streut‘.“

Gemeint ist damit, dass wir auch im Privatleben immer mehr Daten ansammeln und an unterschiedliche Anbieter herausgeben. Auch wenn diese „digitalen Emissionen“, wie das FTI sie nennt, keinen Umweltschaden wie etwa Abgase verursachen, bieten Sie Potenzial. Das FTI weist hier insbesondere auf die Möglichkeit der Analyse und Auswertung hin.

Doch dabei spielen Datenschutz und Transparenz eine entscheidende Rolle. Wo Unternehmen scheinbar ins Privatleben ihrer Kunden „eindringen“, müssen gute Gründe und transparente Vereinbarungen vorherrschen, um einen Vertrauensbruch zu vermeiden. Umgekehrt werden Nutzer weiterhin ein Bewusstsein darüber entwickeln, welche Daten sie teilen (wollen) und mit wem. Auch wenn dies sicherlich nicht für alle Nutzer ein Problem darstellt, spielt die Wechselwirkung zwischen den Nutzerdaten und den Empfängern dieser Daten eine massive Rolle darin, wie sich Technologie entwickeln wird und welche Entwicklungen einen Markt finden werden.

Trend 3: Das Zeitalter der Bewertung

Algorithmen bestimmen unseren digitalen Alltag. Durch die vielen Daten, die wir im Alltag austauschen und ansammeln, „füttern“ wir zahlreiche Algorithmen. Die bestimmen wiederum, welche Produkte oder Suchergebnisse wir sehen oder welche Kredite und Vertragsmodelle uns angeboten werden. Dabei ist uns als Kunden nicht immer bewusst, in welchen Lebensbereichen wir „ausgewertet“ werden.

Besonders politisch wird dieses Thema zukünftig brisant. Doch auch Unternehmen sollten sich damit auseinandersetzen, welche ethischen und rechtlichen Konsequenzen der Einsatz von Bewertungsalgorithmen haben kann.

Trend 4: KI-as-a-Service und Data-as-a-Service

Künstliche Intelligenz bzw. die Datenverarbeitung gehören aktuell zu den einflussreichsten Treibern in der Technologie und Wirtschaft. Doch nicht jedes Unternehmen kann direkt mit einem Inhouse KI-Team starten. Plattformen, Apps und andere Dienstleistungen, die KI- und Daten-Leistungen anbieten, sind schon jetzt für viele Unternehmen relevant. Sie werden zukünftig weiterhin an Einfluss gewinnen, je skalierbarer sie eingesetzt werden können.

Insbesondere das Low Code/No Code-Thema (mehr dazu hier), also das Ermöglichen der App-Entwicklung ohne Programmierkenntnisse, wird dabei in den kommenden Jahren in Unternehmen eine ähnlich große Hebelwirkung haben, wie Cloud-Services es in den letzten Jahrzehnten.

Hier werden sich einerseits für Anbieter riesige Märkte öffnen, insbesondere dann, wenn sie sich auch auf KMU und spezifische Branchen konzentrieren. Andererseits ergeben sich für Unternehmen aller Größen und Branchen neue Möglichkeiten, Daten smart einzusetzen, Prozesse zu optimieren und neue Strategien zu entwickeln.

Trend 5: Augmentation für alle

Augmentation, also die digitale Ergänzung von visuellen, aber auch auditiven Eindrücken, meistens via Bildschirm, wird dem FTI zufolge in den nächsten Jahren langsam aber sicher im Alltag ankommen. Dazu zählen beispielsweise Anweisungen via Kopfhörer, die bei der Navigation helfen, an Termine erinnern oder sehbehinderten Menschen im Alltag unterstützen. Auch visuelle Augmentation kann durch Smartphone-Apps aus der Spielwelt heraus in das professionelle Leben übergehen. Schon jetzt werden die bei Privatkunden eher verschmähten Google Glasses erfolgreich im Industriesektor eingesetzt.

Obwohl das FTI von Weiterentwicklungen der Smart Glasses im Privatgebrauch ausgeht, sehe ich die Nutzung unserer Smartphones und Tablets gerade im Privatleben viel eher als Treiber von Augmentation. Die Einstiegshürde ist für die meisten Menschen viel niedriger, wenn sie auf die Vorteile von Augmentation über ihre Smartphones und Tablets zugreifen können und sich keine teure Brille kaufen müssen (insbesondere, da sich hier die rein praktische Frage stellt, wie Brillenträger mit Smart Glasses umgehen, die nicht für die Sehstärke entwickelt wurden). Unternehmen werden das wahrscheinlich auch frühzeitig erkennen und ihre Apps danach ausrichten bzw. beide Anwendungen berücksichtigen.

Trend 6: Roboter für Unternehmen

„Cloud-based Robotics“, also Roboter, die sich Daten aus einem Netzwerk teilen (einen klaren Unterschied zum Internet der Dinge scheint es hier nicht zu geben), werden dem FTI zufolge bald in vielen Unternehmen eingesetzt. Besonders in der Produktion, aber auch im Service (z.B. in Warenhäusern) können dadurch die Vorteile von Predictive Analytics mit der physischen Umsetzung kombiniert werden.

Interessant wird dabei, welche Auswirkungen ein derartiger Wechsel auf die Arbeitnehmerzahlen und auch auf die Gestaltung von Arbeitsplätzen haben wird. Da wir grundsätzlich noch weit von Fabriken und Warenlagern entfernt sind, die völlig autark ohne menschliche Kontrolle funktionieren, müssen hier weiterhin Mittelwege gefunden werden, um Roboter sicher einzusetzen und ein symbiotisches Zusammenarbeiten zu gewährleisten.

Trend 7: Der wirtschaftliche Wert von Vertrauen

Der wohl interessanteste Trend des FTI ist der Aufbau, die Bewertung, aber auch die Manipulation von Vertrauen im Zeitalter der Datenanalysen und der künstlichen Intelligenz. Wenn Videos immer einfacher manipuliert werden können und Fake News bewusst bei bestimmten Zielgruppen eingesetzt werden, um Meinungsbilder zu formen, dann hat dies massive Folgen auf das grundsätzliche Vertrauen von Menschen in Unternehmen, Medien und Politik.

Während Google damit wirbt, dass sein Sprachenassistent von vielen Menschen nicht mehr als künstliche Intelligenz wahrgenommen wird, ergeben sich daraus schwerwiegende ethische Fragestellungen. Wollen Unternehmen ihre Kunden wirklich nicht darüber aufklären, ob sie mit einem Bot oder einem Menschen kommunizieren? Welche rechtlichen Folgen hat es, wenn beispielsweise Verträge und Vereinbarungen mit Bots abgeschlossen werden? Und wie hoch ist der Vertrauensverlust, wenn Kunden herausfinden, dass ein Unternehmen nicht transparent mit ihnen war?

Wir befinden uns aktuell an einem Punkt in der Entwicklung von KI, an dem Wirtschaft, Politik und Gesellschaft miteinander aushandeln können und müssen, wie wir mit den bereits beschriebenen synthetischen Versionen unserer Realität umgehen wollen. Ich persönlich halte übrigens Transparenz für den besten Weg, um Vertrauen aufzubauen und die Weiterentwicklung dieser Technologien voranzutreiben. Kunden werden es Unternehmen danken, wenn diese auf Augenhöhe miteinander kommunizieren.

Trend 8: Die Auswirkungen von Covid-19

Trotz der kontinuierlichen Lockerungen in vielen Ländern ist die Pandemie noch nicht vorbei. Zusätzlich wird sie selbst nach Entwicklung und erfolgreicher Distribution eines Impfstoffes langanhaltende weltweite Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben. Schon jetzt zeigen sich die wirtschaftlichen Folgen in fast allen Branchen.

Für viele Partner und Kunden im ec4u-Umfeld zeigt sich beispielsweise, dass das virtuelle Arbeiten zukünftig eine viel größere Rolle spielen muss und dass Unternehmen ihren Kunden digitale Kanäle anbieten müssen, um ihre Kundenstämme auszubauen und Flexibilität zu bieten. Doch dafür braucht es in vielen Branchen Grundlagen, sei es in der Infrastruktur, in den Verknüpfungen oder in der Mobilität.

Mehr Informationen können Sie dazu übrigens auf unserer Provide-20-Seite entnehmen.

Noch immer fehlt vielen Unternehmen ein cloudbasiertes System zur Datenverarbeitung bzw. für das gemeinsame Arbeiten. Gerade im B2B-Bereich haben Kunden viel zu selten die Option, Produkte und Services auch Online zu bestellen. Und viele Unternehmensbereiche sind nicht ausreichend verknüpft, um wirklich effizient miteinander zu arbeiten und vor allem ganzheitliche Kundenprozesse zu garantieren.


Erfahren Sie auf unserer Infoseite, wie Sie für B2B- und B2C-Kunden den idealen Commerce-Auftritt bereitstellen und so digitale Möglichkeiten für Ihr Geschäftsmodell schaffen. 

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