Gartner-Trends 2018: es wird intelligent
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Jedes Jahr stellt Gartner die Technologie-Trends für das kommende Jahr vor. Dabei geht es vor allem um einen Überblick darüber, welche Technologien und Trends zukünftig eine größere Rolle spielen werden oder könnten und warum.

Dass auch wirklich jeder Trend im nächsten Jahr seinen Durchbruch schafft, ist nicht immer garantiert, doch darum geht es auch nicht ausschließlich. Viel spannender ist nämlich, warum diese Themen so viel Potenzial haben. Oftmals kann man in den Gartner-Trends gut herauslesen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet, aber auch, von welchen Möglichkeiten und Funktionalitäten Anwender bzw. Kunden sich angesprochen fühlen oder wo Potenzial für zukünftige Innovationen steckt.

Im Folgenden habe ich daher möglichst kurz und knackig die zehn Trends in zwei Beiträgen zusammengefasst, die Gartner für 2018 definiert hat. Dabei habe ich mich an Gartner‘s Unterteilung in drei Schwerpunkte (intelligent, digital, vernetzt) gehalten. Den zweiten Beitrag gibt es am Dienstag. Viel Spaß beim Lesen.

(Künstliche) Intelligenz

  1. Künstliche Intelligenz spezialisieren

Gartner geht davon aus, dass der Versuch, allgemeine Plattformen für künstliche Intelligenz zu entwickeln, in der Wissenschaft bleiben sollte. Unternehmen sollten sich vielmehr darauf konzentrieren, “Narrow AI” (Nischen-Intelligenz) zu entwickeln, die auf klar definierte Aufgaben hin programmiert wird (z.B. das Verstehen einer Sprache). Alles andere sei zu aufwändig und würde echte Mehrwerte stark verzögern und quasi den Nutzen und auch die Weiterentwicklung hindern.

  1. Intelligente Apps und Analytics

Apps, so Gartner-Experte David Cearley, werden zukünftig einen starken Wettbewerbsvorteil mit sich bringen, wenn sie künstliche Intelligenz und Analytics beinhalten. Intelligente Apps können beispielsweise die Grenze zwischen Nutzern und Systemen neu definieren, indem sie etwa als Assistenten fungieren. Dabei, so Cearley, sollten intelligente Apps nicht als Ersatz menschlicher Arbeit gesehen werden, sondern vielmehr als Mittel, um menschliche Aktivitäten zu optimieren.

  1. Intelligente Dinge

Intelligente Dinge nutzen bereits jetzt künstliche Intelligenz, um sich selbst Wissen anzueignen und zu lernen. Gartner unterscheidet hier zwischen den Dingen, die künstliche Intelligenz als Grundlage ihrer Entwicklung haben und den Dingen, die durch künstliche Intelligenz neue Funktionalitäten erhalten (etwa Kameras oder Küchenmaschinen).

Die Zukunft der intelligenten Dinge sieht Gartner in der Interaktion mit anderen (ähnlichen) Dingen, die so beispielsweise im “Schwarm” Aufgaben koordiniert erledigen können.

Digitalisierung

  1. Digitale Zwillinge

Digitale Zwillinge sind digitale Repräsentationen eines Dinges bzw. eines Systems. Im Rahmen des Internets der Dinge dient so ein Zwilling dazu, Informationen über den anderen “Zwilling” (bzw. das Original) zu liefern, indem er beispielsweise Daten zur Halbwertszeit, Wartungsnotwendigkeiten, etc. liefert. Vergleichen kann man das wohl am ehesten mit einer Simulation, die jedoch nicht anstelle des Dinges bzw. vor seiner Entstehung entwickelt wird, sondern parallel existiert und so Voraussagen über die Zukunft des Dinges tätigen kann, indem es Daten in Echtzeit sammelt und auswertet.

Cearley sieht hier in der Zukunft auch das Potenzial, digitale Zwillinge von ganzen Städten oder sogar Menschen zu kreieren, um beispielsweise die Stadtplanung zu unterstützen oder medizinische Daten zu liefern.

  1. “Cloud to the Edge”

“Edge Computing” bedeutet, dass Informationen, die früher ausschließlich zentral im Server gespeichert und verarbeitet wurden, mittlerweile auch auf Endgeräten am Rande des Netzwerkes gelagert werden, um so Beispielsweise an Bandbreite zu sparen und die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Daten zu beschleunigen. Die Endgeräte übernehmen damit auch prozessuale Tätigkeiten und senden die Ergebnisse an die Server. Während beispielsweise früher Kamerasysteme alle Aufnahmen an einen Server geschickt haben, der dort alle Daten ausgewertet und erst dann Material gelöscht hat, das nicht verwertbar war (weil beispielsweise nichts passiert ist), funktioniert Edge Computing so, dass die Kameras durch eigene Prozessoren bereits eine Vorauswahl vornehmen und beispielsweise nur noch das Material an den Server schicken, das einen Bewegungsmelder ausgelöst hat.

Die Endgeräte (auch Smartphones, intelligente Geräte, etc.) übernehmen also mittlerweile prozessuale Leistungen und entlasten somit das Netz und die Server. Zusätzlich besteht hier auch die Möglichkeit, dass Geräte miteinander kommunizieren könn(t)en, ohne einen Server zu gebrauchen.

Erfahren Sie im nächsten Beitrag, wie vor allem die Vernetzung von den unterschiedlichen Trendthemen für eine völlig neue Herangehensweise an unsere Interaktionen mit Technologie sorgen kann (und warum nicht jedes Unternehmen auf Blockchain setzen sollte).

Einen Blick darauf, wie die Digitalisierung das Kundenerlebnis schon heute beeinflusst, bieten wir übrigens mit unserem Whitepaper ” Moments that Matter im Lead Management”. Dort begleiten wir Kundin Sonja auf ihrem analogen und digitalen Weg vom ersten Impuls bis zur Kaufentscheidung eines schnittigen Sportwagens.

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