grafik digitaler arbeitsplatz

Spätestens mit Covid-19 hat sich der Bedarf nach digitalen Arbeitsmöglichkeiten, Home Office-Optionen und virtuellen Teams erhöht. Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber merken zusätzlich, dass digitale Arbeitsangebote auch ihre Vorteile haben. Doch was macht einen modernen, digitalen Arbeitsplatz aus?

Angebote, Methoden und Anwendungen gibt es viele für den digitalen Arbeitsplatz. Schaut man sich Gartners „Hype Cycle for the Digital Workplace“ an, so tummeln sich dort knapp 40 Trends über alle Phasen hinweg. Wie so oft, sind die meisten Trends in den frühen Phasen gelagert, doch immerhin fünf Trends haben es auch schon in den Bereich geschafft, den Gartner für massentaugliche Entwicklungen definiert hat.

Die fünf Trends, die sich im „Slope of Enlightenment“ und dem „Plateau of Productivity“ befinden, sind:

  • Insight Engines – Analytics für Unternehmen und Teams
  • Teamwork-Anwendungen
  • Citizen Developers – also nicht-professionelle Entwickler. Gartner versteht hier vor allem Menschen ohne eine konkrete Berufstätigkeit in der Entwicklung, die jedoch mittlerweile durch neue Anwendungen in der Lage sind, sich an der Entwicklung von Apps. etc. zu beteiligen.
  • Social Networking-Anwendungen für Unternehmen (z.B. Yammer)
  • Cloud Office – cloudbasierte Arbeitssoftware, die auch mobil zugänglich ist

Zusätzlich definiert Gartner sechs Trends, die sich im Hype Cycle herauskristallisieren bzw. die verschiedenen Themen zusammenfassen und auf die ich im Folgenden kurz (und kritisch) eingehen möchte.

The New Work Nucleus

agiles arbeitenMit diesem Begriff beschreibt Gartner Office-Anwendungen, die viele verschiedene Funktionen vereinen und so quasi eine technologische „eierlegende Wollmilchsau“ für das Arbeiten bieten. Dazu gehören beispielsweise Anwendungen, die E-Mail, Chat, das Teilen von Dateien, Online-Meetings und die Dokumentenbearbeitung unterstützen. Ein sehr populäres Beispiel wäre Office 365, das besonders mit OneDrive und Teams bestimmte Knotenpunkte für das Teamwork anbietet, die sich mit zahlreichen anderen Anwendungen verbinden lassen.

Bring your own thing

FitBit_Fittnessuhr_IconGartner zufolge bringen immer mehr Mitarbeiter ihre eigenen Wearables bzw. IoT-Geräte mit auf die Arbeit. Ähnlich wie BYOD (also das Mitbringen und Nutzen des eigenen Smartphones auf der Arbeit), werden zukünftig Geräte wie smarte Kopfhörer, Fitness-Tracker etc. zum Arbeitsalltag dazugehören.

Für Unternehmen insbesondere im europäischen/deutschsprachigen Raum wird sich hier sicher auch noch ein spannendes Thema rund um Datenschutz (sowohl seitens des Unternehmens als auch der Mitarbeiter) ergeben.

The distance economy

Person auf Couch mit KopfhoerernDie Popularität analoger Events (Messen, Konferenzen, Meetings, etc.) war vor der Pandemie trotz fortschreitender Digitalisierung ungebrochen. Doch Covid hat einiges auf dem Event-Markt durcheinandergebracht. Durch den Zwang haben viele Menschen auch erkannt, dass ein gut organisiertes virtuelles Event dem physischen Event in Nichts nachsteht und teilweise seine eigenen Vorzüge hat (z.B. geringere Kosten, weniger Zeitaufwand, mehr Flexibilität und mehr Freiheit in der Garderobe).

Hier wird sicher spannend, wie sowohl die Beziehungen innerhalb von Unternehmen als auch zwischen Partnern und Kunden zukünftig digitaler stattfinden werden und wie sich Events und Meetings digital entwickeln.

Ein paar Tipps für den richtigen Einsatz digitaler Kanäle für die erfolgreiche Zusammenarbeit im virtuellen Raum lesen Sie übrigens hier nach.

Laden Sie hier die Infografik herunter

Smart workspaces

herz am arbeitsplatzDas „papierlose Büro“ ist ja nun schon für viele seit einigen Jahren Realität, wenn auch nicht für alle Unternehmensbereiche. Doch mehr als das wachsen immer mehr Anwendungen aus dem Boden bzw. dem Desktop, die Mitarbeiter bei der Arbeit unterstützen. Zusätzlich, so Gartner, finden auch die bereits erwähnten smarten IoT-Geräte ihren Weg an den Arbeitsplatz. Gartner nennt hier Bewegungsmelder, Gesichtserkennung oder virtuelle Arbeitsumgebungen.

Auch hier vermute ich, dass das Thema arbeitsrechtlich noch spannend wird. Doch auch der Arbeitsalltag könnte sich hier vielfach verändern. Schon heute findet beispielsweise der Lieferdienst nicht ohne Miniaturcomputer statt, auf dem alle Aufträge und Abläufe dokumentiert werden. Diesem mangelt es zwar meistens noch an Nutzerfreundlichkeit, doch mit der wachsenden Nutzung wächst hier hoffentlich auch der Wunsch nach Optimierung.

Gartner geht hier übrigens davon aus, dass Smart Workplaces auch in den klassischen Büroräumen genutzt werden können, um das Arbeiten selbst angenehmer und sicherer zu gestalten. So können Bewegungssensoren Social Distancing erleichtern. Aber auch automatisierte Lichtschranken, Heizsensoren und Lüftungssysteme können helfen, Arbeitsplätze gesünder und angenehmer zu gestalten. Das Thema ist also vielfältiger als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Desktop-as-a-service

BildschirmDer virtuelle Bildschirm ist schon lange ein Traum von Unternehmen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich überall, an jedem Computer (sicher) einloggen und würden Ihren gesamten Arbeitsplatz virtuell nutzen können, ähnlich, wie Sie sich beispielsweise überall auf Facebook anmelden können.

Noch, so Gartner, ist das Konzept selbst zu komplex und kostspielig, um wirklich flächendeckend Einsatz zu finden. Auch hier geht das Beratungsunternehmen davon aus, dass die Pandemie den Bedarf gesteigert und dadurch auch den Entwicklungszyklus verkürzt hat.

Democratized technology services

Wuerfel iconEines meiner Lieblingsthemen ist die zunehmende Demokratisierung von ehemals komplexen Anwendungen durch den Einsatz von Usability. Schon heute bieten Power Apps bzw. No/Low Code-Anwendungen die Möglichkeit, Apps zu entwickeln, ohne Programmiersprache beherrschen zu müssen. Nutzer müssen einfach nur Workflows aufbauen, die dahinterliegenden Codes werden automatisch kombiniert.

Gartner spricht bei derartigen Vorgängen von „Citizen Developers“ (also bürgerliche bzw. private Entwickler).

Der Citizen-Aspekt erweitert sich durch die einfach anwendbaren Tools und eine immer verständlichere Darstellung von Datensätzen durch individualisierbare Reports. Dadurch können sogenannte ‚Power User‘, also Anwender, die sich mit ihrem Fachbereich auskennen, Analytics- und Programmierungsanwendungen nutzen, ohne selbst Data-Experten oder Programmierer zu sein.

Mehr zum Thema Power Apps für Ihr Unternehmen können Sie übrigens auf unserer Informationsseite nachlesen.

Chancen und Herausforderungen am digitalen Arbeitsplatz

Mit der steigenden Anzahl an globalen Teams, dezentralen Projekten und der (notwendigen) Ausweitung von Home Office/Remote-Optionen wird sich die Entwicklung digitaler Arbeitsplätze, Tools und Geräte in den nächsten Jahren rapide beschleunigen. Im Idealfall sehen wir hier nicht nur breitere Einsatzgebiete, sondern auch einfachere Anwendungen und vielfältig individualisierbare Funktionen. So hat quasi jeder Mitarbeiter seinen ganz eigenen digitalen Arbeitsplatz und kann ihn so einrichten kann, wie er es auch beim physischen Schreibtisch tun würde.

Usability ist Grundlage für die Nutzerakzeptanz

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt in der gesamten Entwicklung sollte jedoch immer sowohl der Datenschutz als auch die Usability sein. Das Lieferdienst-Beispiel ist hier hoffentlich symbolisch genug. Zwar haben Lieferanten alle notwendigen Funktionen in einer Hand, doch die Oberflächen der Geräte sowie die Taxonomien und Prozesse sind derartig komplex und verworren, dass es nahezu unmöglich ist, sie ohne eine lange Einarbeitungsphase problemlos anzuwenden.

Datenschutz muss von Anfang an mitgedacht werden

Auch der Datenschutz sollte insbesondere in Hinblick auf smarte Anwendungen und Arbeitsplätze nicht ignoriert werden. Sowohl die Privatsphäre aller Nutzer als auch der Datenschutz des Unternehmens müssen ausreichend geschützt und in der Entwicklung mitgedacht werden. Privacy by Design ist und bleibt notwendig, ganz besonders dann, wenn Angestellte ihre Bewegungs/Aktivitätsdaten mit App-Anbietern teilen oder Unternehmen Mouse-Tracking bei Angestellten einsetzen.


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