Schreibtisch mit Mitarbeitern

Wie man auf Hackathons agile Methoden lernen und anwenden kann, um nutzerfreundliche Softwarelösungen zu entwickeln, erläutert Florian Kiene im Gastbeitrag, denn er hat erst kürzlich an einem Hackathon teilgenommen.

Was ist ein Hackathon?

Hackathons sind Events, um im interdisziplinären Team und in kurzer Zeit praktische Software- oder Hardwarelösungen zu entwickeln. Meistens haben Hackathons ein bestimmtes Motto, sei es die Verwendung bestimmter Tools, Programmiersprachen oder Zielgruppen bzw. Einsatzgebiete der zu entwickelnden Lösungen. Vom 21. bis 22. November nahmen meine Kolleg*innen und ich am Power Teams Hackathon von Microsoft teil. Dabei sollten von 14 Uhr an in einem Zeitraum von 24 Stunden Lösungen entwickelt werden, die Gebrauch von Microsoft-Technologien machten (Power Apps, Power Automate, MS Teams und Power Virtual Agent).

das ec4u Team beim MS PowerApps Hackathon

Das ec4u-Team von links nach rechts : Adrian Reh, Oliver Straub, Alexander Mosthaf, Milena Müller, Timo Kesselring, Florian Kiene

 

Ideenfindung: User Experience im Fokus

Um uns nicht im Ideenreichtum zu verlieren, entschieden wir uns schnell, einen Pain Point aus dem eigenen Arbeitsumfeld zu lösen: Als modernes Beratungsunternehmen sind viele Mitarbeiter der ec4u oft unterwegs oder arbeiten von zuhause aus. Da passiert es schon einmal, dass man alleine im Büro sitzt oder Kolleg*innen verpasst, mit denen man gerne Ideen austauscht oder gemeinsam einen Kaffee trinkt. Unsere App sollte bei der Entscheidung helfen, ob sich der Gang ins Büro lohnt oder nicht. Dabei identifizierten wir verschiedene Entscheidungsgrundlagen, die für die meisten wichtig sind:

  • das Wetter
  • Anreisebedingungen
  • Termine
  • anwesende Kolleg*innen

Zusätzlich wollten wir die App mit einer „Favoriten“-Funktion ergänzen. So kann der Nutzer seine „Lieblingskolleg*innen“ markieren und wird via Benachrichtigung informiert, wenn diese am selben Tag auch im Büro sind.

Die App wird entwickelt

Wir skizzierten auf Papier, wie wir uns die Oberfläche und Funktionalitäten der App vorstellten. Dabei wollten wir unbedingt sicher gehen, dass die User Experience im Vordergrund der App steht, damit wir mit unserem Proof of Concept keine App entwickelten, die gut läuft, aber keinen Mehrwert für Nutzer bietet.

Proof of Concept

Im Rahmen von Hackathons ist ein Proof of Concept ein erster „Entwurf“ der geplanten App. Dieser Entwurf muss funktionstüchtig sein, hat aber nicht den Anspruch, völlig fehlerfrei und bereit für den Markt zu sein. Da wir in einem sehr limitierten Zeitraum arbeiteten, haben wir uns frühzeitig trotz vieler zusätzlicher Ideen darauf geeinigt, uns vorerst auf die Kernfunktionalität zu fokussieren. Alle weiteren Ad-Ons und Optionen stellten wir im Backlog zurück.

Arbeiten im Team: Kommunikation ist alles

Da wir ein interdisziplinäres Team waren, konnten wir die Aufgaben zur Entwicklung der App sehr geradlinig verteilen. Außerdem entschlossen wir uns, während des gesamten Prozesses in der Nähe zueinander zu bleiben, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten. So war durchgehend jeder Up-to-Date, was den Entwicklungsstand einzelner Aspekte der App anging. Ein zusätzlicher Vorteil war das gegenseitige Motivieren, auch bis spät in die Nacht und die frühen Morgenstunden hinein. Da wir uns parallel mit dem Power Virtual Agent auseinandersetzen mussten, um unsere App aufzusetzen, half die Gruppendynamik zusätzlich, da nicht jeder einzeln für sich, sondern alle gemeinsam lernen konnten.

Hürden meistern: Fail Fast

Bei kleinen wie auch großen Projekten kann es immer mal wieder passieren, dass man auf Hindernisse stößt. Da wir ein klares Ziel und wenig Zeit hatten, entscheiden wir uns schnell, Hürden mit Vereinfachungen und Workarounds zu meistern. Probleme sollten nicht zu verkopft angegangen werden. Da es beim Hackathon nur um den Proof of Concept ging und eben nicht um das finale, marktbereite Produkt, galt es bei der Entwicklung, die wichtigsten Meilensteine zu erreichen und sich nicht an Details aufzuhalten.

Das Ergebnis: App ins Büro

Mit unserer App konnten wir aus 25 Teams den dritten Platz holen. Vor allem aber konnten wir die geplanten Funktionalitäten umsetzen. Auch wenn es eine kleine Fehlermeldung beim Abruf des Wetters gab, wurde die User Experience bei der Bedienung unserer App von der Jury grundsätzlich positiv bewertet. Genau das hatten wir uns zum Ziel genommen und erreicht. Am Wetter würden wir auch später noch arbeiten können.

Die wichtigsten Learnings:

  • Es hilft ungemein, Ideen zu visualisieren
  • Problemlösung, User Experience und die Kernfunktionen sollten priorisiert werden
  • Kommunikation hilft dabei, dass alle motiviert bleiben, informiert sind und Hindernisse frühzeitig identifiziert und gelöst werden
  • Fail Fast: viel testen, Probleme schnell entdecken und komplexe Themen vereinfachen
  • Teamwork in interdisziplinären Teams sorgt für verschiedene Blickweisen und Herangehensweisen an Ideen und Problemlösungen
  • User-Fokus bei der Review, der Nutzermehrwert darf nicht verloren gehen

Genaue Infos zur App, wie diese funktioniert und wie unser Pitch aussah, habe ich übrigens auf LinkedIn in einem Beitrag erläutert, den Sie hier lesen können.


Icon PersonFlorian Kiene ist Principal Consultant und verantwortet agile Projekte im MS Dynamics 365 Umfeld. Zudem berät er Kunden als Business Solution Architekt und Customer Journey Consultant.

Kontakt: LinkedIn


Erfahren Sie mehr zur Entwicklung und dem Einsatz einfacher Chatbots, um Ihren Kunden und Mitarbeitern den Alltag zu erleichtern. In unserer Webinar-Aufzeichnung geben wir Ihnen erste Einblicke in die Herangehensweise an ein Chatbot-Projekt.

New call-to-action

,