Tasse mit Aufschrift 'Like a Boss'

In der Kienbaum-Studie „Die Kunst des Führens“ wurden Mitarbeiter und Führungskräfte nach bevorzugten Führungsmethoden befragt. Gezeigt hat sich: was sich Mitarbeiter wünschen, wird selten in der Realität umgesetzt. In der Studie (PDF) stellt Kienbaum unterschiedliche Führungsstile vor, die im Folgenden kurz zusammengefasst werden:

Welcher Leadership-Typ sind Sie?

Transformationale Führung: die Führungskraft wird als Vorbild gesehen. Sie ermöglicht Freiräume und Selbstbestimmung, um anspruchsvolle Ziele zu erreichen und kreiert eine Atmosphäre der Inspiration und Motivation.

Ethische Führung: die Führungskraft setzt das Wohl der Mitarbeiter vor das eigene Wohl. Sie konzentriert sich auf eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre und selbstständiges Arbeiten.

Strategische Führung: Ziele werden konkret festgelegt und Ressourcen und Planungen werden realistisch und pragmatisch bereitgestellt. Konstruktives Feedback sorgt für eine zielgerichtete Arbeitsatmosphäre.

Transaktionale Führung: Ziele der Mitarbeiter werden je nach Erfolg oder Misserfolg bestraft oder belohnt, die Arbeitsatmosphäre ist sehr pragmatisch nach Leistung und Gegenleistung geprägt. „Verantwortung wird delegiert und die Mitarbeiter werden kontrolliert.“

Laissez-Faire-Führung: die Führungskraft gibt den Mitarbeitern viele Freiräume und gibt kaum Vorgaben für Ziele. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr individuell, aber es gibt kaum Einfluss von der Führungskraft durch Mitarbeit oder Feedback.

Mitarbeiter wollen transformationale Führung

In einer Befragung von Mitarbeitern zeigt sich eindeutig, dass die transformationale (94%), die strategische (88%) und die ethische Führung (84%) bevorzugt werden. Laissez-faire- (27%) und transaktionale (22%) Führungsstille werden von weniger als einem Drittel der befragten Mitarbeiter bevorzugt.

Kein Wunder, denn sowohl der absolute Freiraum als auch die stark reglementierte Führung zeichnen sich häufig dadurch aus, dass am Ende die Leistung, aber nicht der Mitarbeiter an sich berücksichtigt oder gestärkt wird. Konkrete Ziele, eine charismatische Führungskraft und ein ethischer Umgang (also auch eine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern bzw. deren Wohlbefinden und Entwicklung) gehören zu den beliebtesten Eigenschaften eines erfolgreichen Führungsstils seitens der Mitarbeiter.

Eine ständige oder völlig ausbleibende Kontrolle ist derweil weniger beliebt. Dieses Ergebnis sollte übrigens niemanden verwundern. Zu viel Kontrolle schränkt Mitarbeiter in ihren Ideen und auch im Teamwork ein. Das sogenannte „Micro-Management“ sorgt dafür, dass das Selbstvertrauen der Mitarbeiter sinkt. Denn wenn jeder Schritt kontrolliert wird, fällt schnell das eigenständige Denken weg, da es sicherer für die Mitarbeiter ist, einfach das zu tun, was ihnen vorgegeben wird.

Umgekehrt kann eine völlig fehlende Führungskraft ebenso einschränkend auf das Team wirken. Ohne klare Ziele und Strategien fehlt die (Aus-) Richtung. Maßnahmen und Projekte, aber auch Kennzahlen und Messwerte können nicht klar festgelegt werden. Auch das kann zu Motivationsverlust führen. Doch Leadership bedeutet nicht nur, ein Team zu führen, sondern auch mit Ideen zu führen. Eine gute Führungskraft weiß, wie man andere für eine Idee begeistert, wie man Ziele definiert, wie man Visionen zur Realität macht.

Outside the Box: wie visionieren Sie die Zukunft?

In ihrem äußerst inspirierenden Ted-Talk „Re-Imagine the Future“ erläutert Designerin Angela Oguntala, wie eine Neuausrichtung unserer Zukunftsvisionen für bessere Ergebnisse und Projekte im Hier und Jetzt sorgen kann.

„Wir reden von der Zukunft als wäre es diese Sache, die eines Tages vor der Tür steht.“

Jeder, so Oguntala, stellt sich seine Zukunft nach den eigenen Weltbildern, Lebenswelten und Bedürfnissen vor. Projekte und Strategien basieren darauf, wie wir die Zukunft einschätzen und beeinflussen wollen.

Wirklich erfolgreich können wir dabei nur dann sein, wenn wir uns auch mit den Zukunftsvisionen anderer Menschen, Kulturen, sozialen Schichten, etc. auseinandersetzen. Dieses Wissen formt wiederum unsere Zukunftsvision. Kurzum: für eine Zukunftsvision, die über unseren eigenen Tellerrand hinausgeht, was insbesondere für Unternehmen und Geschäftsmodelle notwendig für den Erfolg ist, müssen wir uns aus dem Fenster lehnen und Kunden, Anwender, Stakeholder fragen, wie sie sich die Zukunft vorstellen und warum.

„Wenn wir mehr Interesse an anderen Zukunftsvisionen zeigen, dann können wir unsere Vorstellung davon, was möglich ist, erweitern.“

Die Zukunft entsteht im Hier und Jetzt

Eine Idee, die mir außerdem beim Zuhören des Vortrages gekommen ist, ist zusätzlich, wie wichtig es ist, bei der Zukunftsplanung einen Fuß in der Gegenwart zu haben. Ein Blick in die Richtung des Möglichen, ist natürlich grundlegend für eine Führungskraft, die sich auch als Visionär versteht. Doch ein Bein in der Gegenwart kann dafür sorgen, dass nicht nur die Träume von morgen, sondern auch die tatsächlichen Bedürfnisse von heute in unseren Visionen aufgegriffen werden. Gerade disruptive Innovationen, also Erfindungen und Geschäftsmodelle, die ganze Märkte verändert haben, entstanden immer auch aus einem aktuellen Bedürfnis heraus. Nur so kann auch sichergestellt werden, dass diese visionären Innovationen tatsächlich auch einen Bedarf decken, den wir heute haben. Ansonsten droht das, was Google Glasses vor einigen Jahren passiert ist. Viel Begeisterung bei den Evangelisten und Thought Leadern, aber außerhalb dieser Gruppe ein unwilliger Markt.

Erfahren Sie, wie Sie visionär in Ihrem Unternehmen werden können und zwar so, dass möglichst viele Meinungen, Visionen und Bedürfnisse zusammenkommen. 

 

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