Personen bauen gemeinsam einen Bausteinturm

Der Wunsch nach individuellen Software-Lösungen beziehungsweise Apps sorgt in Unternehmen oft für Herausforderungen. Es fehlen die Ressourcen, zu viele verschiedene Anwendungen kreieren Silos, oder Software wird ohne IT-Freigabe als „Schatten-IT“ genutzt.

Daher werden Low Code-Plattformen immer häufiger im Rahmen von CRM- und Marketing Automation-Systemen bereitgestellt, um individuelle Anforderungen ganz ohne Programmierkenntnisse zu erfüllen.

Was versteht man unter Low-Code-Plattform?

„Low Code“, also so etwas wie ein „niedrigschwelliger Code“ (manchmal auch „No Code“) beschreibt eine Vereinfachung der Prozesse, die eigentlich bei einer App-Entwicklung benötigt werden. Dabei wird die Oberfläche bei der Entwicklung von der Programmiersprache weg hin zu visuellen Optionen, Workflows und Drag & Drop-Möglichkeiten gestaltet.
Ziel ist, dass Anwender dadurch Apps erstellen können, ohne diese klassisch im Programmiercode schreiben zu müssen. Kurzum: Programmierbausteine werden so angeboten, dass sie einfacher kombiniert werden können, um eine Vielzahl an Apps zu kreieren. Dazu gehören interne Apps, um Workflows zu optimieren, aber auch Apps für Kunden oder zur „Erschlankung“ veralteter Anwendungen und Prozesse.

Power User: Fachwander mit System-Expertise

Nutzer von Low Code-Plattformen werden oft als „Power User“ bezeichnet. In der klassischen Wikipedia-Definition sind Power User Benutzer in der IT, die über besondere Kenntnisse gegenüber „durchschnittlichen“ Anwendern verfügen und/oder Systeme sehr stark und häufig nutzen.

Im Low Code-Kontext kann man Power User jedoch auch als System- oder Plattformnutzer beschreiben, die sich sowohl in ihrem Fach als auch sehr gut mit den System-Funktionalitäten auskennen und einen hohen Bedarf an individuellen Lösungen haben. Sie sind quasi neben der IT-Abteilung die Zielgruppe von Low Code-Plattformen.

Für die interne IT ist eine Low Code-Plattform übrigens weniger ein Ersatz bzw. Konkurrenz zur IT-Arbeit, sondern entlastet die Teams und erhöht Compliance. Integrierte Low Code-Plattformen ermöglichen eine gesunde Entwicklung von Apps, ohne große Entscheidungsketten und Mehraufwände durch individuelle Anforderungen. Zusätzlich reduziert sich durch sie die Wahrscheinlichkeit, dass nicht autorisierte Apps Risiken für den Datenschutz oder die Compliance mit sich bringen (Stichwort: Schatten-IT).

Schatten-IT: wenn Mitarbeiter eigene Lösungen suchen

Schatten-IT bzw. „Shadow IT“ bezeichnet das Verwenden von Apps bei Mitarbeitern außerhalb der Kontrolle der Unternehmens-IT. Oft geschieht dies aus Bedürfnissen heraus, Prozesse zu optimieren bzw. überhaupt erst zu erfüllen.

Da die Entscheidungskette von einem Bedarf bis hin zu einer freigegebenen Anwendung oft langwierig ist und aus unterschiedlichen Gründen diverse Hürden hat (etwa Datenschutzvorgaben oder Kompatibilität mit anderen Systemen zur Vermeidung von Datensilos), greifen Mitarbeiter nicht selten heimlich zu eigenen Software-Anwendungen, die sie sich aus dem Netz suchen.

Dadurch steigt jedoch das Risiko etwa in der Handhabung sensibler Daten. Unternehmensstandards werden nicht eingehalten und Datensilos entstehen, die außerhalb der Kontrolle der Unternehmens-IT liegen.  Da diese Anwendungen oft abgekoppelt von anderen Systemen genutzt werden, erhöht sich also die Anzahl dezentraler Datensätze und Prozesse.

Vorteile von Low Code-Plattformen:

  • Anwender haben mehr Einfluss auf Apps
  • Prozesse können schneller automatisiert werden
  • Hohe Individualisierung von Anwendungen und Prozessen
  • Mehr Vielfalt in der App-Entwicklung / Diversität (Nutzer denken anders als Entwickler)
  • Flexible Reaktion auf neue Entwicklungen/Anforderungen
  • Mehr Raum für Experimente
  • Stärkeres Know-how von Prozessen
  • Agile App-Entwicklung (Grundbaustein durch Low Code, Weiterentwicklungspotenzial durch die interne IT)
  • Reduzierte Entwicklungskosten durch weniger Aufwand im ersten Schritt
  • Potenzial, mehrwertige Apps für Kunden zu entwickeln und zu testen, bevor es in die „professionelle“ Produktion geht
  • Erschließung neuer Produkt/Servicegruppen

Flexibilität durch Low Code

Natürlich könnte man jetzt anmerken, dass bei der Auswahl eines Systems der Anforderungskatalog dazu da ist, Bedürfnisse der Anwender zu berücksichtigen. Doch unsere Arbeit, insbesondere in den Bereichen Marketing, Sales und Service, aber auch Management generell, entwickelt sich immer schneller und in kürzeren Zyklen weiter. Kunden wechseln Kommunikationskanäle, Messzahlen werden ausgetauscht, Informationen gewinnen oder verlieren an Relevanz im Kundenzyklus.

Was zur Implementierung einer Software wichtig war, verliert zwar nicht zwangsläufig an Notwendigkeit, aber es kommen ständig neue Anforderungen und Ideen hinzu. Und das ist im Grunde auch positiv, immerhin wollen wir ja, dass sich Prozesse, Methoden und Strategien weiterentwickeln. Doch Entwicklung bedeutet eben auch, dass neue Bedürfnisse entstehen.

Es ist daher kein Wunder, dass viele Unternehmen ein System als Standard implementieren wollen, um darauf basierend auf die vielen individuellen Anforderungen der eigenen Branche, Kunden und Mitarbeiter einzugehen. Und Low Code macht genau das möglich.


Mit Design Thinking können Sie in kleinen, interdisziplinären Teams schnell und agil Ideen erarbeiten, um diese beispielsweise in einer Low Code-Plattform zu realisieren. Informieren Sie sich jetzt und setzen Sie große Ideen auch mit wenigen Mitteln um.

New call-to-action

 

,