Hand hält fallende Dominosteine auf

Einer Kurzumfrage von Deloitte zufolge sind österreichische Führungskräfte aktuell mehr als gefordert und müssen zahlreiche Kernthemen balancieren.

Der „Deloitte Leadership Pulse Survey 2020“ (PDF) befragte im September 2020 277 Personen aus Geschäftsführung, Aufsichtsräten oder HR-Leitungen in österreichischen Unternehmen.

Die Prioritäten liegen auf Strategie und Geschäftssinn

Mehr als jeder zweite Befragte fokussiert sich aktuell insbesondere auf die strategische Ausrichtung seines Unternehmens und darauf, diese auch verständlich zu kommunizieren. Auch der wirtschaftliche Fortbestand wird von 54 % aller Führungskräfte priorisiert.

Immerhin 46 % sind zudem bemüht, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeitenden zu sichern.

Ein kleines Henne/Ei-Problem ergibt sich derweil daraus, dass nur 40 % Wandel und Innovation priorisieren. Die Pandemie hat eine nahezu unumkehrbare Wandlung hin zu digitalen Prozessen beschleunigt. Unternehmen, die aktuell keinen Blick auf die Auswirkungen dieser Veränderungen haben, könnten in einigen Jahren Schwierigkeiten bekommen, die Kundenerwartungen zu erfüllen. Entsprechend ist hier empfohlen, die strategische Orientierung sowie den wirtschaftlichen Fortbestand des Unternehmens eng mit innovativen Transformationsthemen zu verzahnen.


Mehr zu möglichen Methoden, Technologien und Best Practices, um im Wandel flexibel und umsatzkräftig zu bleiben, erfahren Sie übrigens in unserer Aufzeichnung des Events „Umsatz trotz Corona“.

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Mitarbeiter-Maßnahmen dürfen nicht vernachlässigt werden

Ein Punkt, der zusätzlich problematisch werden könnte, ist das fehlende Engagement im Bereich der Betreuung der Mitarbeitenden. Nur 31 % aller Führungskräfte halten es für wichtig, die Zusammenarbeit zu organisieren, obwohl der Wechsel zum Home Office für viele eine einschneidende Änderung in den Prozessen mit sich gebracht hat. Nur 26 % sehen es als notwendig an, die Motivation sicherzustellen und nur jeweils 23 % wollen sich darauf konzentrieren, die Fähigkeiten der Mitarbeitenden zu fördern und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu sichern.

Wie bereits im Beitrag „Studien zum Home Office“ erwähnt, müssen Unternehmen aktuell vermehrt darauf Acht geben, dass nicht nur die veränderten Arbeitsstrukturen, sondern auch Lebensumstände zusätzliche Stressoren für Mitarbeitende darstellen. Je aktiver Unternehmen darauf eingehen und die Bedürfnisse unterstützen, desto geringer das Risiko, dass die Motivation und dadurch auch die Produktivität sinkt.

Die Stärken der Führungskräfte

Auch wenn Mitarbeitende in den Prioritäten eine leicht untergeordnete Rolle spielen, so spielen Sie in den Grundvoraussetzungen einer effektiven Führung eine große Rolle. 54 % aller Befragten gehen davon aus, dass sie erfolgreich die Verbindung zu ihren Mitarbeitenden halten konnten. 66 % halten Vertrauen in die Mitarbeitenden für eine integrale Eigenschaft in der aktuellen Situation. Da erscheint es fast widersprüchlich, dass nur 23 % das „Vertrauen in die Kompetenzen anderer“ als Führungsstärke in der aktuellen Situation identifiziert haben.

Führungskräfte, denen das Vertrauen in die Kompetenzen anderer fehlt, neigen häufig zu Micro-Management. Sie sorgen für lange Entscheidungsketten und sind nicht unbedingt erfolgreich darin, ihre Mitarbeitenden zu motivieren, sich selbst innovativ einzubringen.

Hier wäre sicherlich eine Gegenbefragung der Mitarbeitenden interessant, um zu sehen, inwieweit sich das Selbstbild vom Eindruck der Mitarbeitenden unterscheidet.

Weitere wichtige Eigenschaften in der Krise sind der Studie zufolge:

  • Offenheit für Neues
  • Schnelles Erfassen von Komplexität
  • Entscheidungsfreudigkeit

Weniger wichtig, doch immerhin von ca. jeder fünften Führungskraft genannt sind derweil:

  • Einfühlungsvermögen
  • Breiter Blickwinkel
  • Mentale Stärke

Emotionale Führungsstärken müssen gepflegt werden

Hier zeichnet sich ab, dass die emotional-empathischen Komponenten im Führungsverhalten stiefmütterlich behandelt werden, gerade während einer Krise. Das ist sicher verständlich, da das Fortbestehen des Unternehmens allen Stakeholdern zugute kommt und daher an erster Stelle steht. Allerdings sollten darüber die individuellen Schicksale der Mitarbeitenden nicht völlig ignoriert werden.

Gerade nach einem Jahr wie 2020 ist es doch etwas befremdlich, wenn nur 23 % aller befragten Führungskräfte es als ihre Stärke ansehen, „Empathie für individuelle Bedürfnisse anderer“ zu zeigen. Natürlich kann und muss ein CEO nicht alle individuellen Sorgen jedes einzelnen Stakeholders berücksichtigen. Allerdings kann Empathie dabei helfen, die Kommunikation, Prozesse und Kultur so zu gestalten, dass sie auch auf persönliche Bedürfnisse eingehen. Flexible Arbeitszeiten, Unterstützung der Kommunikation und mehr Rücksicht insbesondere bei der Handhabung von Fehlern können hier langfristig die Mitarbeiterbindung stärken.


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