Tafelsketch einer Fußballstrategie

Oft synonym verwendet, kann die klare Unterscheidung zwischen einer Strategie und einem Plan dabei helfen, Unternehmensziele nachhaltig zu verfolgen.

Was versteht man unter einem Plan?

Ein Plan bezeichnet die konkreten, festgelegten Schritte, die man unternehmen möchte, um ein Ziel zu erreichen. Das heißt auch, dass ein Plan keinen Freiraum für Interpretationen lässt, sondern Schritt für Schritt ein Vorgehen beschreibt.

Um ein Ziel zu erreichen, kann es natürlich verschiedene Pläne geben, die von unterschiedlichen Gruppen verwendet werden oder die zu unterschiedlichen Zeiten oder als Alternativlösung angewandt werden.

Was versteht man unter einer Strategie?

Eine Strategie ist derweil der über dem Plan liegende Rahmen, der grob die Richtung bzw. Art und Weise der Planung vorgibt. Sie legt bestimmte Grundpfeiler fest, beispielsweise durch Prioritäten, bestimmte Vorgehensweisen und Voraussetzungen. Sie ist sehr viel flexibler und offener für Veränderungen als der Plan.

Wie verhalten sich Plan und Strategie zueinander?

Für eine zielgerichtete Planung braucht es eine Strategie. In Unternehmen kann diese beispielsweise sicherstellen, dass das Branding bewahrt wird, dass es einen Fokus auf digitale gegenüber analogen Mitteln gibt oder dass nachhaltige Gewinne gegenüber kurzfristigen Gewinnen priorisiert werden.

Dabei basiert eine Strategie auch auf Wissen, Best Practices und Erfahrungswerten und kann dazu beitragen, vergangene Fehler zu vermeiden. Zusätzlich bietet sie Flexibilität, um für verschiedene Szenarien Pläne zu entwickeln. Das kann einem Unternehmen beispielsweise dabei helfen, schneller auf Veränderungen oder Herausforderungen zu reagieren.

Beim Aufsetzen von Plänen hilft eine Strategie dabei, diese zu fokussieren, Prioritäten zu setzen und so Flexibilität zu haben, ohne dass Beliebigkeit entsteht.

Eine Strategie für Ihr gesamtes Unternehmen

In seinem Beitrag „Don’t Let Strategy Become Planning“ geht Autor Roger L. Martin sogar so weit, dass ein Unternehmen kein Set, sondern nur eine einzige Strategie braucht:

„Die Strategie ist ein gewähltes Set an Entscheidungen: Was ist unsere Zielvision, wo werden wir agieren, wie werden wir gewinnen, welche Voraussetzungen/Kompetenzen benötigen wir und welche Management-Systeme müssen dafür eingeführt werden?“

Martin zufolge sollte sie möglichst auf ein Blatt Papier passen, um sicherzugehen, dass sie nicht die Grenze zwischen Strategie und Plan verwischt.

Die richtige Kommunikation für alle Stakeholder

Eine Herausforderung, auf die ich in einem früheren Beitrag bereits eingegangen bin, ist derweil das Kommunizieren dieser Strategie an Mitarbeiter. Die Strategie auf dem Papier wird im Idealfall von der Führungsebene entwickelt. Doch die Führungsebene führt nicht die Planung für alle Unternehmensbereiche durch. Das übernehmen Manager und Mitarbeiter selbstständig und verwenden zur Umsetzung die Strategie als Vorlage.

Um als Vorlage für verschiedene Bereiche, Tätigkeiten und Pläne eingesetzt werden zu können, muss sie jedoch unter Umständen erläutert werden. Was bedeutet die allgemeine Unternehmensstrategie beispielsweise für Marketing, Vertrieb und Service? Wie können die allgemein beschriebenen Kernkompetenzen auf die einzelnen Fachgebiete übertragen werden? Was bedeutet es jeweils für Marketing, IT oder HR, wenn digitale Kanäle erschlossen werden sollen?

Wenn außerhalb der Führungsebene niemand die Strategie auf den tatsächlichen Tätigkeitsbereich anwenden kann, so bleibt sie auf dem Blatt und die Planung wird weiterhin eher beliebig als zielgerichtet sein.


Wie können Führungskräfte mit dem (digitalen) Wandel umgehen und welche Tools, Methoden und Best Practices stehen ihnen zur erfolgreichen Unternehmensführung zur Verfügung? Diese Frage haben wir 2019 auf der virtuellen Konferenz Digital Thoughts mit zahlreichen Experten beantwortet. Die Aufzeichnung aller Vorträge, Key Notes und Interviews können Sie sich hier anschauen.

New call-to-action