Das Wort "Facebook" in Scrabblesteinen gelegt auf einem Tisch

Facebook ist einer aktuellen Umfrage zufolge immer noch die Marketingplattform #1 unter den Social Media-Netzwerken. Doch wer alle Hoffnung auf Facebook setzt, wird es zukünftig schwer haben.

Das Medienunternehmen Social Media Examiner hat zum 10. Mal in Folge Marketer zu ihren bevorzugten Social Media-Kanälen befragt und zahlreiche Antworten erhalten. Fast schon enttäuschend an den Ergebnissen ist allerdings, wie stark Facebook immer noch als Marketingkanal bewertet wird, obwohl viele Marketer nicht begeistert von den Ergebnissen sind.

91% aller B2B- und 97% aller B2C-Marketer nennen Facebook als die Social Media-Plattform, die regulär verwendet wird. In unterschiedlicher Gewichtung (je nach B2B und B2C) folgen daraufhin mit einem großen Abstand Twitter, LinkedIn, Instagram und YouTube.

Für B2C-Marketer sind die wichtigsten Social Media-Kanäle:

  1. Facebook (97%)
  2. Instagram (72%)
  3. Twitter (62%)
  4. YouTube (51%)
  5. LinkedIn (47%)

Für B2B-Marketer sehen die Top 5 hingegen ein wenig anders aus:

  1. Facebook (91%)
  2. LinkedIn (79%)
  3. Twitter (70%)
  4. Instagram (57%)
  5. YouTube (52%)

Auch wenn es nicht direkt in der Umfrage genannt wird, kann man hier sicher schlussfolgern, dass es den ein oder anderen Marketer gibt, der alleine mit Facebook seine Social Media-Kampagnen verfolgt. Ein allzu einseitiges Marketing ist grundsätzlich nicht die beste Herangehensweise, doch im Fall von Facebook ist dies zusätzlich problematisch.

Facebook: Organische Reichweite sinkt stetig

In den letzten Jahren hat sich die organische Reichweite für Facebook-Beiträge drastisch gesenkt und gerade erst im Januar dieses Jahres hat ein neues NewsFeed-Update dafür gesorgt, dass Unternehmen bis zu 40% ihrer Reichweite eingebüßt haben.

Facebook erklärt das folgendermaßen:

Zum einen sei die Anzahl an Marketingposts gegenüber privaten Posts so sehr gewachsen, dass hier zwangsläufig nicht alles gezeigt werden kann.

Zum anderen wolle Facebook künftig mehr Relevanz für private Posts einräumen.

Zusätzlich dazu haben sich auch die Algorithmen stark verändert, die bestimmen, welche Posts mehr Leuten angezeigt werden und welche nicht. Während es früher schon gereicht hat, bestimmte Medienformate zu verwenden bzw. zu mischen, werden heute Interaktionshistorien, Zielgruppen und individuelle Präferenzen je nach User berücksichtigt. Für Unternehmen folgt daraus eine nahezu undurchsichtige Komplexität.

51% aller befragten Marketer halten ihre eigenen Facebook-Kampagnen nicht für effizient genug. Und dennoch wollen 62% weiterhin ihre organischen Kampagnen im nächsten Jahr ausbauen.

Davon ausgehend, dass die organische Reichweite für Unternehmenspost in der Zukunft eher sinken als wachsen wird, erscheint es mir hier fast wie eine Sisyphos-Aufgabe, sich so fest an der Tradition des Facebook-Marketings zu halten bzw. sich nicht eher auf bezahlte Kampagnen zu konzentrieren.

Der Marketing-Mix gewinnt an Bedeutung

Ob Google, Twitter, Facebook oder Instagram: die Geschäftsmodelle der Plattformen, die für Unternehmen notwendig sind, um erfolgreich Marketing zu betreiben, ändern sich regelmäßig.

Googles eigene Angebote nehmen beispielsweise immer mehr Webseiten die Grundlage (Wetter, Spielergebnisse bei der WM, Shopping, etc.) und Facebook hat mehr Interesse daran, Nutzer auf der Seite zu halten als Unternehmen kostenfreies Marketing zu ermöglichen.

Und auch Kunden ändern ihr Verhalten. Wer hätte gedacht, dass Twitter einmal zu den ersten Adressen für Service-Anfragen werden könnte?

Soziale Plattformen richten sich bei ihren Geschäftsmodellen immer nach dem Nutzerverhalten, denn ohne Nutzer gibt es auch keine Werbemöglichkeiten und entsprechend auch keine Werbekunden.

Doch davon abgesehen, kann es grundsätzlich nie schaden, sich als Unternehmen auf verschiedenen Plattformen zu präsentieren und sei es für verschiedene Zwecke.

So hat sich LinkedIn als ideale Plattform im B2B-Markt entwickelt, die nicht nur das Marketing erleichtert, sondern insbesondere dem Vertrieb mit Social Selling-Möglichkeiten unter die Arme greift.

Mehr zu Social Selling erfahren Sie übrigens hier.

Facebook wird im B2B-Bereich derweil mittlerweile viel sinnvoller und erfolgreicher für Recruiting und Unternehmensnews verwendet. Dort können Beziehungen zu Mitarbeitern und engen Partnern und Kunden nämlich besser gepflegt werden.

Twitter ist hingegen zum Service-Kanal gewachsen, da Kunden oft schneller und unmittelbarer Informationen erhalten können als auf einer Unternehmenswebseite.

Wichtig ist immer, zu wissen, welche Plattformen die Kunden für welche Zwecke nutzen. Nur dann kann man auch gezielt planen, ob es sich weiterhin lohnt, enorme Ressourcen in die Facebook-Verwaltung und bezahlte Kampagnen zu stecken oder ob es nicht zielführender wäre, sich auf Twitter, LinkedIn, Xing, Instagram oder der neusten Social Media-Plattform zu konzentrieren.

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