Netzwerken in der Schweiz

In einer aktuellen Studie wurden Schweizer zur Social Media-Nutzung befragt. Auffallend: LinkedIn gewinnt an Einfluss und weiß, wie Werbung relevant an Nutzer ausgespielt werden kann. Basierend auf den Ergebnissen der xeit gmbh, zitiert im Beitrag der PR-Beratung mcschindler.com heißt es, dass Werbung und vor allem Werbung, die das Ansehen von Inhalten unterbricht, eher störend wahrgenommen wird. Insbesondere auf YouTube (als Videounterbrechung) und auf Facebook werden Werbeeinblendungen negativ wahrgenommen.

Instagram und LinkedIn meistern Werbekampagnen

Sehr viel positiver wird derweil Marketing auf Instagram und LinkedIn von Schweizer Nutzern wahrgenommen. Auf den ersten Blick scheinen beide Kanäle kaum unterschiedlicher zu sein. Doch die Werbung hat sowohl auf LinkedIn als auch Instagram einen Vorteil: sie passt besser in das Erlebnis der Nutzer.

Mit dem bildlichen Fokus eignet sich Instagram perfekt für B2C-Unternehmen, die visuell ansprechende Produkte anbieten. Kleidung, Lifestyle, Outdoor – all das fließt quasi nahtlos in Selfies, Urlaubsfotos und Bilder der eigenen Hobbies mit ein.

Auf LinkedIn ermöglicht derweil der ausschließlich berufliche Nutzen der Plattform ein sehr viel gezielteres Targeting. Potenzielle Kunden geben alleine durch ihr Profil sehr viel mehr über ihre Interessen preis und können daher auch Werbung zugespielt bekommen, die relevant für den Nutzer ist. Zusätzlich mag die Akzeptanz für (gut gemachte) Werbung grundsätzlich höher sein, da LinkedIn ja auch zur Selbstvermarktung dient. Apropos Selbstvermarktung …

Jeder dritte Schweizer folgt einem Influencer

Dass Jugendliche vielen Influencern folgen, mag generell bekannt sein, doch auch ältere Generationen folgen „Meinungsmachern“. Jeder zweite 20-39-Jährige folgt Profilen von bekannten Leuten auf Instagram oder YouTube. Bei den 40-64-Jährigen ist es immerhin noch jeder Vierte.

Insgesamt gaben 17% aller befragten Schweizer an, schon einmal etwas gekauft zu haben, weil es von einem Influencer vorgestellt wurde. Ich persönlich sehe hier übrigens inoffiziell noch ein paar Prozentpunkte mehr, da wir sicher häufig auch unbewusst zu einem bekannten Produkt greifen, ohne es direkt mit der Person zu verbinden, die uns auf Social Media mit dem Produkt bekannt gemacht hat.

Wirklich spannend wäre hier übrigens zu wissen, ob diese Zahl noch höher wäre, wenn nicht nur nach Instagram und YouTube, sondern auch nach LinkedIn und Twitter gefragt worden wäre. So hilft LinkedIn eben nicht nur mit dem Suchen und Finden von Jobangeboten, sondern wird viel zum Diskutieren, zur Recherche und zum Meinungsaustausch genutzt. Schweizer Influencer wie etwa Cyrill Luchsinger haben hier sehr positive Erfahrungen mit der sozialen Komponente gemacht, wie er hier im Interview erläutert.

Der Einfluss von LinkedIn wächst

Während der Studie zufolge immer mehr Nutzer ihr Privatleben von öffentlichen Netzwerken fernhalten, wächst der Zugriff auf berufliche Netzwerke. LinkedIn liegt auf Platz Drei der beliebtesten Social Media-Kanäle.

Das liegt neben der enorm sozialen Komponente der Plattform, die rege Diskussionen und Likes a la Facebook ermöglicht, sicher auch an den zahlreichen Optionen für Unternehmen, sowohl im Bereich Recruiting als auch Sales von der Datenvielfalt der Plattform zu profitieren.

Und was erwarten Schweizer Nutzer von Unternehmen auf Social Media?

Wenig überraschend wollen etwas weniger als zwei Drittel aller Befragten Informationen zum Unternehmen. 55% möchten etwas zu Themen rund um die Marke erfahren (Ratgeber, Wissenswertes). 45% lassen sich gerne von Unternehmen unterhalten und jeder dritte Nutzer erwartet Service-Leistungen. Gewinnspiele und Umfragen belegen mit jeweils 22% den fünften Platz.

Unterm Strich lässt sich schließen, dass ein Unternehmensauftritt auf Social Media-Kanälen auch in der Schweiz mehr als nur ein reines Marketing-Instrument ist. Vielmehr muss es Marketing, Vertrieb und Service vereinen und möglichst einheitlich unterschiedlichste Kundenbedürfnisse erfüllen. Eine umfassende Strategie, was die eigenen Kunden erwarten und was Sie als Unternehmen leisten können, ist also notwendig, um hier kein Potenzial zu verschwenden.


Wie gehen Sie mit dem sich stetig wandelnden Kundenverhalten im Rahmen des digitalen Wandels um? Wir haben Experten, Influencern und Führungskräfte am 23. Mai auf der virtuellen Konferenz Digital Thoughts 2019 gefragt. Die Antworten können Sie auf unserer Aftershow-Seite als Videos, Präsentationen und Beiträge nachlesen, -hören und -schauen.

 

Print Friendly, PDF & Email
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.