MarTech technologies as a comic

MarTech muss auf Kunden- und die Bedürfnisse von Marketern eingehen. Dabei spielt insbesondere die neue Unabhängigkeit der Kunden eine große Rolle. Diese Entwicklung kommt dem Marketing jedoch auch zugute.

Der moderne Kunde geht viele Schritte seiner Kaufreise alleine. Von der Recherche hin zum Produktvergleich sucht er sich auf digitalen Kanälen alles, was er zur Entscheidung braucht. Für Marketer ist dies scheinbar eine positive Entwicklung.

150 globale Marketing-Leader wurden für eine Studie von CMO Council und Televerde befragt (via marketingcharts.com). 96 % haben dabei angegeben, dass der neue „selbstbestimmte Kunde“ im digitalen Zeitalter den Wert des Marketing in Unternehmen um ein vielfaches gesteigert hat.

Sprich: mit der steigenden Notwendigkeit, den Kunden bei seiner Kaufreise zu begleiten anstatt ihn zu führen, wächst auch die Rolle von (Content) Marketing auf unterschiedlichen Kanälen im Lebenszyklus der Kunden.

Mit dieser Rollenverschiebung wachsen auch die Möglichkeiten und Prioritäten. So sind die Top 3-Themen für Marketer aktuell Digital Experiences, die Modernisierung ihrer Marketing-Orga und das Er- und Bereitstellen von relevantem Content.

Dadurch spielt MarTech mittlerweile auch eine wachsende Rolle. In den von der Studie genannten Top 10 Trends zeigt sich, dass diese Trends allesamt entlang von vier Kernthemen verlaufen, die für ein modernes (digitales) Marketing mittlerweile unabdingbar sind.

MarTech-Grundlagen

Data & Analytics – das Sammeln, Auswerten und Anwenden von Kunden- und anderen Daten, beispielsweise mithilfe von künstlicher Intelligenz, für Reports oder zur personalisierten Kundenreise

Content – ohne Content können Unternehmen nicht mit Kunden kommunizieren und selbst mit der zunehmenden Automatisierung von Prozessen ist eine smarte, auf Personas abgestimmte Kommunikation immer noch Grundlage, die kreativ, empathisch und smart entwickelt werden muss.

Kanäle – mit der steigenden Anzahl von Kommunikationskanälen stellt sich nicht nur die Frage, wo Kunden erreicht werden können, sondern auch, wie sich verschiedene Kanäle nahtlos verknüpfen lassen.

User Experience – Ob digital oder analog, wie der Kunde seine Reise empfindet, hat Auswirkungen auf die Kaufentscheidung, Loyalität und den Markenruf. Daher ist das gesamte Erlebnis – von der Tonalität der Kommunikation bis hin zur Navigation der Webseite – ausschlaggebend für erfolgreiches Marketing.

MarTech Trends

Die Top 10 MarTech-Trends der nächsten 12 Monate

  1. Marketing Analytics, Performance & Attribution

Marketing-Erfolge transparent nachzuweisen und Aktivitäten klar Umsätzen, Leads und Konversionen zuzuschreiben gehört zu den größten Herausforderungen. Die Digitalisierung von Prozessen, Plattformen und Daten bildet dabei eine wichtige Grundlage, um Marketing-Daten zu sammeln und auszuwerten und mit Sales-Daten zu verknüpfen. Dadurch können unter anderem auch MarTech-Budgets begründet und Resourcen ausgehandelt werden.

  1. Content Marketing

Die richtigen Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten und auf den richtigen Kanälen (zur richtigen Zeit) zu platzieren ist ein Dauerbrenner im Marketing. Mit der steigenden Anzahl von Kanälen, aber auch immer mehr Möglichkeiten, digitale Kundenreisen zu personalisieren, wachsen die Möglichkeiten, Inhalte unterschiedlich aufzubereiten und zu platzieren.

Neben den digitalen Möglichkeiten spielen Personas eine wichtige Rolle, denn nicht jeder Kunde hat dieselbe Motivation, ein Produkt zu kaufen oder einen Service zu nutzen. Die Kommunikation mit unterschiedlichen Personas muss zusätzlich so erfolgen, dass sie immer zur Marke passt, weshalb ein übergreifendes Content Marketing-Konzept unbedingt dazugehört.


Erfahren Sie mehr zum Persona-Konzept und nutzen Sie unser Template, um Ihre eigenen Personas zu erstellen.

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  1. Audience/Marketing-Data und Data Enhancement

Das Sammeln, Verarbeiten und vor allem effiziente Anwenden von Kunden/Marketing-Daten spielt in nahezu jedem Unternehmen eine wichtige, aber auch herausfordernde Rolle. Je nach Industrie, Kundenstamm und Markt sind unterschiedliche Daten wichtig und müssen anders aufbereitet werden. Dabei sind unvollständige Daten oft genau die Hürde, die Personalisierung verhindert.

MarTech-Grundlagen wie CRM- oder Marketing Automation-Plattformen bieten hier bereits Grundlagen, um Daten smart zu ergänzen. So können Systeme Social Media-Profile mit Kundendaten verknüpfen oder – im B2B – gleiche E-Mail-Endungen ein und demselben Unternehmen zuordnen.

Wer mit vielen Daten arbeitet, kann außerdem Data Warehouses oder Lakes in Betracht ziehen, die entweder bei der konkreten Strukturierung oder der Forschung von Daten unterstützen.

  1. BI und CI sowie Data Science

Hat man die Daten erst einmal gesammelt und angereichert, müssen sie auch sinnvoll genutzt werden. Tatsächlich haben viele Kunden kein Problem, ihre Daten zu teilen, wenn sie denn dadurch klare Vorteile im Kundenerlebnis erfahren.

Die meisten Kunden- und Marketingplattformen haben oft eigene Analytics-Funktionen oder lassen sich einfach mit Anwendungen verknüpfen und ergänzen. Dadurch können auch Unternehmen ohne eigene Analytics-Teams Data Science anwenden.


Erfahren Sie in unserer Web-Aufzeichnung „Know your Customer“, wie Sie mit den richtigen Anwendungen und Prozessen eine 360°-Sicht auf Ihre Kunden implementieren können.

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  1. Video Marketing

Bereits vor der Pandemie war Video eines der wichtigsten Medienformate im Marketing, ob im B2B- oder B2C-Geschäft. Mit Verlagerung vieler Events auf digitale Plattformen ist die Popularität nur noch gestiegen. Im Marketing sind besonders Kurzformate spannend, da sich diese auf sozialen Netzwerken schneller verbreiten lassen und auch mobil eher konsumiert werden als längere Videos. Für B2B sind außerdem Webinare ein erprobter Weg, um Reichweite zu erzielen, Leads zu generieren und Bestandskunden zu betreuen.

Mit der Entwicklung von Augmented Reality sowie interaktiven Contentformaten wird es zusätzlich interessant, wie Videos zukünftig nicht nur als passives, sondern interaktives Medium eingesetzt werden können.

  1. Optimierung, Personalisierung und Tests

Das Kundenerlebnis bzw. die Customer Experience (CX) gehört zu den Grundelementen eines erfolgreichen Webauftritts. Doch wie sagt man so schön: „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“. Was Kunden wirklich (nutzen) wollen, muss getestet und erprobt werden, ebenso wie neue Funktionalitäten, Inhalte und Themen. Optimierung, Personalisierung und Tests sollten daher nicht punktuell, sondern als fließende Projekte verstanden werden.

Dabei sind kleine Änderungen mittlerweile Best Practices bei den großen Plattformen. Statt alle paar Jahre einen Relaunch zu planen, implementieren Seiten wie Facebook oder Amazon regelmäßig kleine Änderungen, Funktionen und Optimierungen. Diese lassen sich einfacher testen und Kunden müssen sich nicht von heute auf morgen an ein völlig neues Design gewöhnen. Die richtigen MarTech-Anwendungen helfen übrigens auch beim Testen und Auswerten.

  1. Marketing Automation und Kampagnen/Lead Management

Marketing Automation ist mehr als nur E-Mails. Die Planung und Verknüpfung der Kundenreise auf verschiedenen Kanälen, über verschiedene Kaufphasen hinweg ermöglicht Personalisierung erst und optimiert das Kundenerlebnis insbesondere dann, wenn Sales, Service, aber auch andere kundenrelevante Prozesse (z.B. Versand oder Rechnungserstellung) integriert werden.

Mit Marketing Automation lassen sich Kundenreisen aufsetzen, die entweder linear oder flexibel erlebt werden können. Ob Sie nun eine mehrteilige Kampagne via E-Mail, Social Media und auf Ihrer Webseite planen oder aber Ihre Seiten so anlegen, dass diese verschiedenen Kundenprofilen andere Inhalte anzeigt, mit Marketing Automation haben sie alles im Auge und können zahlreiche Touchpoints (Interaktionspunkte) kontrollieren und justieren.


Top 10 Argumente für Marketing Automation in Ihrem Unternehmen

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  1. Web Experience

Eine gute Webseite hat nicht nur ein schönes Design und interessante Inhalte, sondern lässt sich auch einfach navigieren. Das fängt bei klaren Menüstrukturen an und geht bis zur mobilen Ansicht (und Performance). Doch nicht nur die eigene Webseite, auch andere Unternehmenskanäle (z.B. Apps, Social Media, etc.) spielen in die Web Experience mit rein. Besonders der Kanalwechsel sollte hier nicht ignoriert werden, da dort am ehesten Absprünge möglich sind.

  1. CX (Customer Experience)

Nun mag man meinen, dass „Web“ und „Customer Experience“ das Gleiche sind. Doch während die Web Experience sich rein auf die digitalen Kanäle konzentriert, umfasst die Customer Experience das gesamte Kundenerlebnis von der ersten bis zur letzten Interaktion. Dabei spielen einfache Anwendungen, relevante Inhalte und schnelle Ladezeiten eine ebenso wichtige Rolle wie freundliche Support-Mitarbeitende, gemütliche stationäre Läden und eine Marke, die Vertrauen aufbaut.

Die Verknüpfung von stationären und digitalen Kanälen wird im Rahmen des Unified Commerce zukünftig eine steigende Rolle spielen. Je nahtloser sich Kundenerlebnisse digital und offline verbinden lassen, desto flexibler können Unternehmen ihre Geschäftsmodelle an disruptive Ereignisse anpassen. Übrigens ist der Markt an MarTech-Tools speziell für CX mittlerweile unglaublich vielfältig, vom Testen bis hin zu Gamification-Anwendungen.

  1. E-Mail-Marketing

Alle paar Jahre wird ihr das Ende prophezeit, doch die E-Mail bleibt einer der erfolgreichsten Marketing-Kanäle für B2B und B2C. Entsprechend wichtig ist es, Leads und Kunden durch interessante, personalisierte E-Mails (Newsletter, Updates, Rabatte, etc.) zu betreuen. Obwohl man für ein gutes E-Mail-Marketing keine Marketing Automation-Plattform benötigt, kann sie genau dann sinnvoll sein, wenn man sein E-Mail-Marketing im Rahmen aller anderer Marketing-Kampagnen und -projekte einbinden und messen möchte.

Trends am Rande, auf die sich ein Blick lohnt

Social Media-Marketing – Soziale Netzwerke bieten mehr als nur Posts und bezahlte Ads. Gerade die Interaktion, Social Media Monitoring und die Möglichkeit der direkten Leadgenerierung über diverse Plattformen sind einen Blick wert.

eCommerce Marketing – Apropos Social Media, eCommerce Marketing dürfte aktuell das spannendste Feld für die Nutzung von Social Media-Plattformen im Marketing sein. Instagram ist mit seinen „Shoppable Posts“ ganz besonders für B2C-Anbieter interessant.

Interactive Content – Kunden wollen Erlebnisse und Interaktionen steigern oft positive Botschaften und Inhalte. Die Einbeziehung von Kunden sowie Gamification-Elemente sorgen dafür, dass Kunden sich länger mit einer Marke und deren Inhalten auseinandersetzen und sich dadurch auch länger an sie erinnern.

Account Based Marketing – Spielt im B2B eine große Rolle, denn gerade bei langfristigen Kundenbeziehungen muss das Unternehmen aktiv auf seine Kunden eingehen, sei es durch informative Inhalte, spannende Events oder Einbeziehung in Kunden-Stories. Dadurch lassen sich außerdem andere Unternehmensbereiche des Kunden erschließen.

Mobile Marketing – Immer mehr Menschen nutzen Apps und recherchieren direkt am Smartphone. Umso wichtiger ist es, diese Verschiebung von einem (Desktop) auf den anderen (Mobile) digitalen Kanal frühzeitig mitzudenken. Erlebnisse müssen so entwickelt werden, dass sie auch mit dem Smartphone oder spezifisch für das Smartphone geeignet sind.

Conversational Marketing – Die Interaktion mit Kunden bedeutet auch, Gespräche zu initiieren und zuzuhören. Es gibt wenige Dinge, die mehr Reichweite erzielen, als wenn Kunden über ein Unternehmen reden (oder mit ihm reden). Dabei ist es wichtig, seine Zielgruppen zu kennen, positive Gespräche zu initiieren und auch auf Kritik vorbereitet zu sein.


Personalisierung gehört zu den Grundlagen erfolgreichen Marketings. Doch mit welchen MarTech-Tools und Methoden können Sie dies auch im Unternehmensalltag umsetzen? Erfahren Sie es in unserer Webinar-Aufzeichnung.

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