Tauben getrennt auf Stromkabeln sitzend

Unternehmen im DACH-Raum bewerten die Digitalisierung als notwendig. Sie setzen entsprechende Maßnahmen und Projekte jedoch zu isoliert auf, wie Ergebnisse einer ec4u-Studie zeigen.

Im Rahmen des Herausgeberbandes „CRM goes digital“ hat das Beratungsunternehmen ec4u expert consulting ag eine Umfrage unter deutschsprachigen Unternehmen zur Digitalisierung und CRM-Projekten durchgeführt. Teilgenommen haben 185 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sabine Kirchem und meine Wenigkeit haben im Buch die Umfrage ausgewertet, eine kleine Vorschau erhalten Sie hier.

Unternehmen nehmen Digitalisierung positiv wahr

Insgesamt wird die Digitalisierung überwiegend positiv gesehen.

89%

der Befragten sehen im digitalen Wandel eine Chance.

Allerdings zweifelt jedes fünfte Unternehmen daran, dass es die Auswirkungen auf das eigene Unternehmen adäquat einschätzen und bewerten kann. Darin liegt jedoch die Grundvoraussetzung, um die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Basierend auf den Studienergebnissen lässt sich hier spekulieren, dass die Gründe dieser mangelnden Perspektive auch in der Herangehensweise an bestehenden und geplanten digitalen Projekten liegen. So können Auswirkungen nicht ganzheitlich festgestellt werden, wenn nicht alle Stakeholder im Digitalisierungsprojekt involviert werden.

Stakeholder werden nicht in die Planung eingebunden

Oft werden nicht alle Stakeholder und insbesondere Anwender frühzeitig genug in Prozessen involviert. Jeder vierte Vertriebler fühlt sich nicht ausreichend in die Auswahl von CRM-Systemen eingebunden. Sowas kann dazu führen, dass die Systeme Anwenderbedürfnisse nicht abdecken. Das führt auch dazu, dass sich die Einarbeitungszeit erhöht, da Lösungen gefunden werden müssen.

Auch wird die Digitalisierung insgesamt für mehr als jedes zweite Unternehmen nicht als Thema in der Mitarbeiterentwicklung platziert. Die Akzeptanz neuer Prozesse und Technologien spielt maßgeblich eine Rolle dabei, ob diese reibungslos und effizient eingeführt werden können. Werden jedoch die Mitarbeiter, also die Anwender, nicht bei der Auswahl und Gestaltung einbezogen, sinkt die Akzeptanz natürlich. Das neue System wird nicht als gemeinsames Projekt bzw. als gemeinsam gefällt Entscheidung verstanden, sondern als Entscheidung, die „über den Köpfen hinweg“ gefällt wurde.

Weiterbildung und Change Management werden vernachlässigt

Unternehmen sollten daher neben der reinen Implementierungsprojekte das Change Management nicht vergessen, also die fachliche und kulturelle Begleitung aller Stakeholder, insbesondere der Mitarbeiter im Rahmen von größeren Transformationsprojekten.

jedes zweite Unternehmen unternimmt keine Change Management Maßnahmen/setzt keine Trainings auf
Mehr als 50% der befragten Unternehmen planen gar nicht erst Change Management. Ebenfalls 50% haben keinerlei Schulungen oder Weiterbildungen für diese Themen entwickelt. Da gerade neue Systeme oft neue Prozesse mit sich bringen, ist es notwendig, die Anwender ausreichend zu schulen. In diversen Projekten der ec4u hat sich auch gezeigt, dass Trainings die Akzeptanz deutlich erhöhen können, da sie auch zeigen, wie die neuen Systeme den Arbeitsalltag optimieren, Prozesse beschleunigen und Individualisierungen ermöglichen.

Andere Change Management-Maßnahmen, etwa in Form von Feedbackrunden, frühzeitige unternehmensweite Kommunikation oder auch Workshops, um neue Methoden und Konzepte gemeinsam zu erarbeiten, können außerdem dabei unterstützen, den Wandel positiv zu besetzen.

Zusammenarbeit mit Partnern

In der Implementierungsphase neuer Systeme sind oft interdisziplinäre Projektteams vom Dienstleister aber auch aus dem eigenen Unternehmen beteiligt. Im agilen Projektmanagement können Anwender direkt in Testphasen eingebunden werden und erhalten so auch die Möglichkeit, Feedback zur Bedienung, zu Prozessen, etc. zu geben.

Dadurch wird nicht nur Know-how aufgebaut, sondern auch garantiert, dass das System am Ende auch den Erwartungen der Anwender entspricht. Dies ersetzt jedoch keine geplanten Trainings. Daher sollten gleichzeitig auch feste Weiterbildungsmaßnahmen vor oder begleitend zum Roll-Out geplant werden.

Fazit: Change Management sorgt für Effizienz

Oft wird Change Management als rein kultureller Prozess verstanden, um Mitarbeiter auf eine Veränderung im Unternehmen vorzubereiten. Tatsächlich ist es ein geschäftskritischer Vorgang, der dabei hilft, bereits in der Planung den notwendigen Input aller Stakeholder einzuholen und das gesamte Unternehmen (und darüber hinaus auch andere Stakeholder) über die Veränderungen zu informieren, Ideen und Vorschläge einzuholen und so eine agile Transformation zu ermöglichen.

Werden insbesondere die Anwender neuer Systeme erst nach der Implementierung abgeholt, steigt das Risiko, dass die Systeme die Anforderungen im Arbeitsalltag nicht erfüllen, die Benutzerfreundlichkeit nicht gegeben ist oder sich andere Probleme in der Nutzung bzw. Akzeptanz ergeben.

Effizienz kommt nicht alleine aus der Technologie heraus. Technologie muss richtig genutzt werden (können), Prozesse optimieren und echte Mehrwerte in der Praxis bieten.


Erfahren Sie mehr über die CRM-Studie als auch Herausforderungen und Best Practices in der Einführung und Optimierung von CRM-Systemen im Herausgeberband „CRM goes Digital“.

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