Spielfigur vor Labyrinth

Wie gut sind Unternehmen im DACH-Raum aufgestellt, wenn es um digitale Marketingstrategien und Auftritte geht? Eine Studie der Digitalagentur Namics hat diese Fragen untersucht.

Die umfassende Studie befasst sich mit zahlreichen Bereichen des Digital Marketings, mit denen sich kleine, mittlere und große Unternehmen im DACH-Raum auseinandersetzen. Für diesen Beitrag möchte ich mich insbesondere auf die Herausforderungen der mittleren und großen Unternehmen konzentrieren.

Anfordern können Sie die Studie auf Namics.com übrigens hier.

DACH-Marketer wünschen sich mehr Budget

Mehr als jeder zweite Marketer wünscht sich mehr Budget für Online-Aktivitäten. Positiv zu vermerken ist derweil, das kaum ein Online Marketing-Budget auf Kosten von Offline-Aktivitäten festgelegt wird. Auffällig ist jedoch, dass insbesondere im B2B-Markt der Anteil des Marketing-Budgets, der für Online-Aktivitäten investiert wird, relativ gering ausfällt. Während im B2C-Markt 46% investiert werden, sind es im B2B-Markt nur 34%.

Die 5 größten Herausforderungen im Digital Marketing

(Durchschnittlich für mittlere und große DACH-Unternehmen)

  1. Knappes Budget (34,5%)
  2. Ressourcenmangel (30%)
  3. Kanalübergreifende Distribution von Inhalten (26,5%)
  4. Ineffizienz bei internen Prozessen (26,5%)
  5. Fehlendes Know-how (23,5%)

Knappes Budget & Fehlende Ressourcen

Das Budget-Thema eine der größten Herausforderungen für mittlere wie auch große Unternehmen. Der Ressourcenmangel kann hier sehr wohl zum Budget-Thema hinzugezählt werden, da sowohl Tools als auch Arbeitskräfte oft fehlen, was natürlich meistens eine Geldfrage ist.
Hier kann es oft zu einem Henne-Ei-Problem kommen: ein höheres Budget lässt sich besser verteidigen, wenn klare Kennzahlen zu den Erfolgen und Möglichkeiten vorliegen. Diese Kennzahlen können meistens jedoch nur mit den richtigen Tools gemessen/erzielt werden, die mangels Budget nicht eingesetzt werden können.

Nahtlose Verknüpfung von Kanälen

Spannend dürfte auch sein, dass gerade die Verknüpfung von Kanälen zur Bereitstellung von Inhalten, Informationen und Services ein Problem darstellt. Unternehmen hadern oft noch mit der Realisierung von Online-Strategien, die Kunden das Wechseln von Kanälen ohne Informationsverluste ermöglichen (digital als auch analog).
Gerade hier sind CRM- und Marketing Automation-Systeme oft hilfreich bzw. grundlegend, um die notwendigen Verknüpfungen mit Kanälen zu erstellen. Besonders eine zentrale Datenbank stellt sicher, dass Informationen für die jeweilig betroffenen Systeme zugänglich sind und so nichts verloren geht (Stichwort: 360°-Kundensicht).

Mangelnde Effizienz bei internen Prozessen

Fehlende Effizienz bei internen Prozessen hat oft ähnliche Ursachen – sind Daten dezentral gelagert und arbeiten die Mitarbeiter mit verschiedenen, verteilten Anwendungen, die sich nicht miteinander verknüpfen lassen, so droht der Informationsverlust und Marketingstrategien können nicht effektiv geplant und umgesetzt werden. Eine Plattform, auf der alle Prozesse stattfinden bzw. abgebildet werden und die sich mit anderen Systemen und Anwendungen verknüpfen lässt, ist auch in diesem Fall die beste Lösung. Aber: die Plattform allein löst nicht das Problem veralteter Prozesse. Oft sollten diese vor der Auswahl und Implementierung einer Plattform geprüft und neu aufgesetzt werden.

Fehlendes Know-how

Das fehlende Know-how in digitalen Marketingthemen ist meiner Meinung nach in den Herausforderungen 1. und 2. begründet. Das eigenständige Aneignen von Wissen können Marketer nur dann bewältigen, wenn sie genügend Zeit (Ressourcen) haben, um zu recherchieren, sich in Themen einzuarbeiten und an Kursen teilzunehmen. Zusätzlich sind Weiterbildungen oft auch eine Frage des Budgets. Unternehmen müssen hier gezielt in Trainings investieren und Mitarbeitern die Zeit geben, Know-how zu entwickeln.

Mittlere und große DACH-Unternehmen haben unterschiedliche Probleme

Interessant ist an den Ergebnissen, wo die Unterschiede in den Antworten liegen. Während für mittlere Unternehmen neben dem Budget insbesondere verpasste Trends und Datenschutzthemen eine große Hürde im Rahmen von Online Marketing darstellen, sind große Unternehmen eher um die Effizienz von Prozessen, kanalübergreifende Bereitstellung von Inhalten und Ressourcenmangel besorgt.

Erklären lassen sich diese Unterschiede vielleicht dadurch, dass gerade große Unternehmen oft klare Compliance-Vorgaben und Legal-Teams haben, die das Marketing beratend unterstützen können. Warum die Sorge um verpasste Trends jedoch nur mittlere Unternehmen so sehr betrifft, ist weniger nachvollziehbar. Der Namics-Studie zufolge haben kleine Unternehmen nicht diese Sorge, weshalb es anscheinend keine Frage der Unternehmensgröße zu sein scheint.
Unter Umständen müssen mittlere Unternehmen eher die Balance zwischen stabilen Geschäftsmodellen und Flexibilität halten als große oder kleine Unternehmen und tun sich damit schwer, den richtigen Zeitpunkt einer Veränderung zu finden, da sie sich einerseits nicht so schnell verändern können wie kleine Unternehmen und andererseits nicht den Raum haben, um mit Geschäftsmodellen zu experimentieren, wie große Unternehmen.

Fazit: Grundlagen schaffen und Ziele setzen

Wie kommuniziert man an die Geschäftsführung, dass das Budget zu klein ist? Und wie kann man einerseits dem Ressourcenmangel und andererseits dem fehlenden Know-how vorbeugen?

Marketing-Teams müssen ihre Ziele und (gewünschten) Prozesse klar dokumentieren und KPIs festlegen, um Erfolge besser zu messen. Ein Closed-Loop-Ansatz, der dabei hilft, Berührungspunkte von Leads und Kunden auf der gesamten Kundenreise zu messen, ist dabei eine ideale Grundlage, um erweiterte Maßnahmen, Systeme und anderweitige Ressourcen einzufordern.

Mit klar dokumentierten Prozessen können außerdem Anforderungskataloge für Systeme bzw. Plattformen zur Unterstützung der Marketingarbeit aufgesetzt werden. Diese erleichtern zusätzlich das Einholen von Budgets, da sie Verbesserungspotenzial, Möglichkeiten und Einsparungen in Zeit, Budget bzw. Gewinne transparent gestalten. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Vertrieb kann hier Wunder wirken, um Gründe für neue Tools, Systeme, erweiterte Budgets, etc. zu erarbeiten, Messwerte festzulegen und so auch Erfolge sichtbar zu machen.


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