Laptop Maus und Smartphone

In einem analogen und digitalen Umfrageprojekt wurden jüngst Schweizer Bürger zur Digitalisierung befragt. Sehen Schweizer den digitalen Wandel am Arbeitsplatz als Bedrohung oder als Chance?

Im Rahmen des „tell“-Reports (PDF), der den „digitalen Puls“ der Bevölkerung dokumentieren soll, wurden einerseits Online-Umfragen durchgeführt und andererseits Bürger an sogenannten „tell“-Standpunkten interviewt. Die geführten Interviews wurden anschließend ausgewertet und fließen in den Report mit hinein. Insgesamt wurden circa 6000 Schweizer befragt.

Digitalisierung wird als Bedrohung des Arbeitsplatzes wahrgenommen

Obwohl nur 9% aller Befragten davon ausgehen, dass Ihr Job in den nächsten 10 Jahren komplett durch Computer oder Roboter ersetzt wird, ist immerhin jeder zweite Befragte der Meinung, dass zumindest Teile seiner Arbeit durch die Digitalisierung wegfallen. Diese Einschätzung teilen alle Berufsgruppen.

Interessant ist hier die Erkenntnis, dass Mitarbeiter aus IT-Bereichen, in der Beratung oder im Management optimistischer sind, was den Wegfall ihrer Arbeitsstellen angeht. Angesichts vieler neuer Arbeitsmodelle, in denen klassische Hierarchien wegfallen, könnte die Zukunft des Arbeitens eventuell auch darin bestehen, dass Mitarbeiter durch digitale Anwendungen eher dazu befähigt werden, sich selbst zu managen.

Pessimismus vs. Optimismus am Arbeitsmarkt

Spannend an der Befragung ist, wie zweigeteilt die Chancen und Herausforderungen eingeschätzt werden. So geht die Hälfte der befragten Schweizer davon aus, dass durch die Digitalisierung mehr Jobs wegfallen als kreiert werden. Ebenfalls rund die Hälfte erwartet, dass Arbeit zukünftig herausfordernder wird. Gleichzeitig sollen digitale Anwendungen der Mehrheit zufolge Prozesse erleichtern. Dieser Widerspruch lässt sich vielleicht lösen, indem man auf die bereits erwähnte Demokratisierung am Arbeitsplatz schaut.

Wenn Mitarbeiter durch digitale Prozesse viel eher dazu befähigt werden, ihre eigenen Leistungen zu prüfen und zu optimieren, wird ihre Arbeit zwar herausfordernder, aber die Prozesse an sich werden einfacher. Automatisierung kann hier in vielerlei Hinsicht dazu führen, dass monotone manuelle Arbeiten durch eine Weiterentwicklung und Ergänzung in den Prozessen und der Strategie ersetzt wird. Dadurch entstehen für Mitarbeiter völlig neue Aufgaben und eben auch Herausforderungen.

Sind Schweizer Mitarbeiter auf den Wandel vorbereitet?

82% aller Teilnehmer der Online-Befragung fühlen sich am Arbeitsplatz ausreichend auf die Digitalisierung vorbereitet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich knapp jeder fünfte Mitarbeiter, nicht ausreichend auf den digitalen Wandel vorbereitet fühlt.

Hier besteht anscheinend ein klarer Handlungsbedarf seitens der Unternehmen, um Mitarbeiter ein langfristiges Weiterbildungsangebot zu machen und sie frühzeitig in Digitalisierungsprojekte einzubinden. Dazu gehört auch eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit modernen Arbeitskonzepten, wie flexiblen Arbeitszeiten, Home Office-Optionen, etc. (New Work). Mitarbeiter müssen in den digitalen Wandel eingebunden werden und zwar vom ersten Schritt an.


Gerade bei der Auswahl neuer Technologien sind die Anforderungen der Mitarbeiter maßgeblich. Ist eine neue Anwendung nicht benutzerfreundlich genug oder erleichtert den Arbeitsalltag nicht, so sinkt auch die Akzeptanz- und Nutzungsrate. Nutzen Sie Customer Journey Mapping, um Anforderungen Ihrer Mitarbeiter bei der Nutzung digitaler Anwendungen und neuer Prozesse zu identifizieren.

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